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Verkehr:Kritik am Tempolimit

Ansonsten aber gibt es viel Lob für den Tunnel. ADAC-Mann Kreipl zum Beispiel ist der Ansicht, dass das Bauwerk "aus Sicht der Anwohner auf jeden Fall gelungen ist". Auch der Verkehr laufe flüssiger, wenngleich er die Verwaltung auffordert, "die Entwicklung weiter zu beobachten und gegebenenfalls an kleineren Stellschrauben zu drehen". Was das denn konkret sein könnte? Da fällt auch dem ADAC-Sprecher nicht viel ein.

So hat er zwar festgestellt, dass es aus dem Trappentreutunnel heraus Richtung Süden immer wieder Stauprobleme gibt. Auf Höhe der Tankstelle kurz vor dem Abzweig zur Lindauer Autobahn verflechten sich diverse Fahrspuren - "dort ist es schon kritisch", sagt Kreipl. Die Abbiegespur zur Lindauer Autobahn ist aber bereits zweispurig, "eine dritte Spur geht da definitiv nicht".

Luise-Kiesselbach-Tunnel So sicher soll der Tunnel sein
Luise-Kiesselbach-Tunnel

So sicher soll der Tunnel sein

Im Ernstfall müssen alle Alarmsysteme funktionieren, um Leben zu retten. München hat sich die Sicherheit im Luise-Kiesselbach-Tunnel Millionen kosten lassen.   Von Birgit Kruse

Autofahrer bemängeln zudem immer wieder, dass die Stadt die Geschwindigkeitsbeschränkungen im Tunnel zu restriktiv handhabe. Tempo 40 oder gar Tempo 30 auf der Abfahrtsrampe von der Garmischer Autobahn kommend in Richtung Norden - das leuchtet manchem nicht ein. Entsprechend oft tappen Autofahrer in eine der 30 Radarfallen im Tunnel, allein im Mai wurden 13 000 Temposünder geblitzt.

Eng wird es auf dem Ring in Fahrtrichtung Norden immer wieder kurz vor der Donnersbergerbrücke. Dort hatte zwar die Stadt auf Antrag der CSU eine dritte Spur aus dem Trappentreutunnel heraus angelegt - doch auch die läuft mehr und mehr zu.

Die Zahl der Fahrzeuge zum Trappentreutunnel hin hat sich nach ersten Zählungen des Kreisverwaltungsreferats nach Fertigstellung des Tunnels um etwa 23 Prozent erhöht. Am anderen Ende des Tunnels, in Richtung Candidtunnel, hat der Verkehr dagegen kaum zugenommen. Nur knapp ein Prozent mehr Autos sind unterwegs - zu größeren Staus kommt es aber dennoch auch dort immer wieder.

Für Tunnel-Fan Haberland ist daher selbstverständlich, dass weitere Autoröhren bald kommen müssen. An der Landshuter Allee, an der Tegernseer Landstraße, vor allem im Englischen Garten - "da muss dringend etwas gemacht werden", sagt er. ADAC-Sprecher Kreipl indes dämpft die Erwartungen: Ein neuer Tunnel in der Landshuter Allee würde zwar die Belastungen der Anwohner durch Schmutz und Lärm mindern, sagt er: "Eine wesentliche Verbesserung des Verkehrsflusses erreicht man dadurch aber nicht."

Luise-Kiesselbach-Tunnel

Gut in der Spur