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Verkehr:Mit Tempo 130 in den Luise-Kiesselbach-Tunnel

Stau am Luise-Kiesselbach-Tunnel in München, 2015

Besonders an der Tunneleinfahrt sind einige Autofahrer noch zu schnell unterwegs.

(Foto: Catherina Hess)
  • Allein im Mai sind 13 000 Autofahrer bis zu 20 Stundenkilometer schneller durch den Luise-Kiesselbach-Tunnel gefahren als erlaubt.
  • In diesem Jahr kam es bereits zu 39 Unfällen, drei Menschen wurden dabei verletzt.
  • An sechs Stellen wird im 2015 eröffneten Tunnel geblitzt.

Ein Jahr alt ist der Luise-Kiesselbach-Tunnel. Doch aktuelle Zahlen des Polizeipräsidiums zeigen, dass die Autofahrer noch immer nicht damit zurechtkommen - vor allem nicht mit den Tempolimits. Allein im Mai kassierten sage und schreibe 13 000 Autofahrer Verwarnungen, weil sie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um bis zu 20 Stundenkilometer überschritten. 688 Autofahrer, die noch schneller durch den Untergrund sausten, bekamen Anzeigen, 60 ein Fahrverbot.

Angesichts der Gesamtzahl von etwa drei Millionen Pkw, die pro Monat durch den Tunnel fahren, ist der Anteil der Temposünder zwar niedrig - er liegt bei 0,31 Prozent. Das ist aber etwa dreimal so hoch wie im Richard-Strauss-Tunnel im Nordosten des Mittleren Rings. Und der Mai war kein Ausreißer: Auch im April wurden 9400 Verwarnungen ausgesprochen, im Richard-Strauss-Tunnel waren es nur 1657.

Ist der Kiesselbach-Tunnel also eine riesige Radarfalle, wie der Automobilclub "Mobil in Deutschland" bei der Eröffnung geunkt hatte? Von "rund 30 Blitzern" war damals die Rede.

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2,8 Kilometer lang und eine mehrjährige Bauzeit: Am 27. Juli eröffnet der Luise-Kiesselbach-Tunnel in München. Eine erste Fahrt durch den 400-Millionen-Euro-Tunnel.

Polizeisprecher Peter Beck weist das zurück. Im Kiesselbach-Tunnel gibt es demnach genau so viele Blitzer wie im Richard-Strauss-Tunnel, an sechs Stellen mit insgesamt 13 Kameras. Problemzone ist offenbar vielmehr die Einfahrt aus Richtung Garmischer Autobahn. Im Tunnel wird danach wegen der engen Kurven der Rampen die Geschwindigkeit ziemlich schnell auf 40 beziehungsweise 30 Stundenkilometer reduziert.

Zu wenig für manche Autofahrer, die mit vermeintlich sportlicher Autobahn-Attitüde in die Röhre rauschen. Der Spitzenreiter im April hatte 130 Sachen drauf, der Schnellste im Mai immerhin noch 111. Die Radarkontrollen sind laut Polizei also keine Abzocke, sondern bittere Notwendigkeit. In diesem Jahr ereigneten sich im Luise-Kiesselbach-Tunnel schon 39 Unfälle. Dreimal kamen dabei Menschen zu Schaden.