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Verhaltene Reaktionen im Münchner Umland:"Da geht noch mehr"

Bayerisches Innenministerium gibt Tempo 60 an einigen Ausfallachsen bekannt

Für den Münchner Südwesten ist es eine durchweg gute Nachricht, wenngleich für viele noch zu kurz gesprungen. Denn die Ankündigung aus dem Bayerischen Innenministerium vom Mittwoch, künftig werde auf fünf Autobahnabschnitten an Ausfallachsen das erlaubte Tempo reduziert, dürfte an der Garmischer (A 95) und an der Lindauer Autobahn (A 96) für Aufatmen sorgen. Besonders profitieren Nachbarn der A 95. Künftig gilt zwischen München-Kreuzhof und Schloss Fürstenried durchgehend Tempo 60. Und auch auf der innerstädtischen Strecke bis Kreuzhof gilt seit 6. November 2017 bereits Tempo 60. Aufs Gaspedal drücken darf man aber weiter ab dem Schloss, was immerhin Fürstenrieder und Forstenrieder von dem jetzt gefundenen Zugeständnis ausnimmt.

Die A 96 wird vermutlich noch heuer ebenfalls auf 60 Stundenkilometer beschränkt; betroffen ist der Abschnitt Sendling bis Blumenau, was immerhin die Münchner Anwohner weitgehend mitnimmt, die ebenfalls lärmgeplagten Gräfelfinger aber weiter auf den Plan rufen dürfte. Im Norden endet die Reduzierung auf Tempo 60 (von der Anschlussstelle Schwabing an) bereits am Frankfurter Ring. Auf der Salzburger Autobahn (A 8) darf zwischen Perlach und Neubiberg tagsüber nur noch 100 Stundenkilometer schnell gefahren werden, auf der A 995 zwischen Giesing und Taufkirchen gilt in Fahrtrichtung Salzburg tagsüber immerhin Tempo 120.

Die Reaktionen im Münchner Umland fallen dementsprechend verhalten aus. Wirklich zufrieden könne man mit Tempo 120 auf der A 995 natürlich nicht sein, hieß es aus dem Unterhachinger Rathaus. Auch die beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler finden: "Da geht noch mehr." Zwar werten sie die Entscheidung auch als eigenen Erfolg, da ihr Antrag zum Lärmschutz doch noch umgesetzt werde. Doch fragt sich etwa Köhler: "Warum gerade bei der A 8 nicht bis Taufkirchen Ost?" Hier gehe die Autobahn nur etwa 500 Meter an den Wohnungen am Rodelberg Unterhaching vorbei. "Und für die A 995 ist ein groß angekündigtes Tempolimit von 120 Stundenkilometern eh keine richtig große Erleichterung", findet sie. In Taufkirchen profitieren vor allem die Bewohner im Ortsteil Am Wald.

© SZ vom 20.11.2020 / tek, hilb, stä

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