Die Beziehung zu seiner früheren Partnerin sei „von Anfang von Misstrauen geprägt“ gewesen, behauptet Ayo S. (Name geändert). Denn die Eltern der 20-Jährigen hätten angeblich „keinen Schwarzen für ihre Tochter“, eine Muslima, gewollt. S. stammt aus Nigeria und muss sich seit Montag vor Gericht verantworten. Anfang März vergangenen Jahres soll der 21-jährige Kfz-Lackierer die junge Frau in seinem Zimmer in einer Unterkunft in Trudering dreimal vergewaltigt haben.
S. bestreitet den Vorwurf in einer Erklärung, die sein Verteidiger, Rechtsanwalt Maximilian Richter zum Auftakt des Prozesses verlas. Die Eltern seiner früheren Freundin hätten ihn angeblich nicht nur wegen seiner Hautfarbe abgelehnt, so der Kfz-Lackierer, sondern ihm auch vorgeworfen, er habe mit ihrer Tochter nur deshalb ein Kind gezeugt, weil er einen Aufenthaltsstatus für die Bundesrepublik gewollt habe. Das Kind hat die 20-Jährige abgetrieben. Ayo S. habe sie erzählt, berichtete die Kosmetikerin bei ihrer Vernehmung vor Gericht, dass es zu Komplikationen gekommen sei. Wegen der Abtreibung sei es immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Angeklagten gekommen, sagte die 20-Jährige. Aber nicht nur deshalb, sondern auch wegen des angeblichen exzessiven Alkoholkonsums von S.
Am 9. März vergangenen Jahres, so die Kosmetikerin, habe sie sich mit dem Angeklagten getroffen und zum Essen verabredet. Als sie ihn erneut auf seinen Alkoholkonsum angesprochen habe, sei es prompt wieder zum Streit gekommen. Die junge Frau war anschließend dennoch mit Ayo S. zu dessen Unterkunft in Trudering gefahren und mit ihm auf sein Zimmer gegangen. Dort soll sie der Kfz-Lackierer dreimal vergewaltigt und anschließend mit einem Messer bedroht haben. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatte S. von der Kosmetikerin abgelassen, nachdem es ihr gelungen war, mit ihrem Handy die Polizei zu verständigen.
In seiner Erklärung, die sein Verteidiger verlas, räumt Ayo S. ein, dass er mit seiner früheren Partnerin am Abend jenes 9. März 2024 einmal Sex gehabt habe. Dies sei jedoch einvernehmlich geschehen, beteuert der 21-Jährige. Als die Kosmetikerin gedroht habe, die Polizei zu rufen, habe er tatsächlich ein Messer in der Hand gehabt. Allerdings habe der damit nicht die 20-Jährige bedroht, sondern ihr gesagt: „Wenn Du die Polizei rufst, bringe ich mich um.“ Am Ende seiner Erklärung bittet Ayo S. das Gericht und die Staatsanwaltschaft „genau hinzuschauen, was in jener Nacht passiert ist“. Ein Urteil in dem Prozess wird für Anfang Juni erwartet.

