Ein Heim für Flips

Wieso wählt sich ein Volleyballklub einen Wal aus und nennt ihn "Flips"? Man könnte ja nachfragen, doch nach Jahren, in denen man das wie selbstverständlich hinnahm, klänge die Frage seltsam. Was soll's, mit etwas Nachdenken kann man sich vieles selbst erschließen. Punkt eins: Flips. Kennt man mit dem Vornamen Erdnuss-, erinnert ansonsten an den Delfin Flipper, an Ritter Fips, den Flip (Sprung im Eiskunstlauf) und natürlich an Flip-Flops. Hilft alles nicht weiter. Aber für Vornamen braucht es auch keine Begründung. Warum heißt jemand Karl-Heinz? Eben.

Passt trotzdem, weil auch das Image der Herrschinger Volleyballer etwas ausgeflipst ist. Und wieso ein Orca, ein Schwertwal, auch als Killerwal bekannt? Klar: Wassertier. Ammersee. Logisch. Als Sympathieträger legitimer Nachfolger von Flipper, seit Hollywood "Free Willy" drehte. Willy ist ein Orca, der in die Freiheit flieht, weil er in der Gefangenschaft erstens abgemurkst werden soll und sein Becken zweitens zu klein ist. Was unmittelbar zu Herrsching führt. Denn ein Schwertwalbulle wird aufrecht stehend bis zu 9,80 Meter groß. Die Nikolaushalle ist bekanntlich niedriger als die von der Liga geforderten neun Meter. Ehe das Maskottchen also voll ausgewachsen ist, muss eine neue Halle her. Die Kampagne "Free Flips" böte sich an.

lib/Foto: Franz Xaver Fuchs

30. Dezember 2016, 15:562016-12-30 15:56:39 © SZ vom 30.12.2016/vewo