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Verkehr:Deutsche Bahn will heruntergekommene Bahnhöfe aufhübschen - für 48 Millionen Euro

Stammstrecke S-Bahn, München

Reparaturarbeiten sollen zukünftig in die Nacht verlagert werden.

(Foto: Carmen Wolf)
  • Die S-Bahnhöfe an der Stammstrecke sowie am Flughafen und in Ismaning sollen einer Grundreinigung unterzogen werden.
  • Zudem will die Bahn weitere Maßnahmen ergreifen, beispielsweise weitere Aufzüge einrichten. Einige Punkte sind bereits seit Jahren geplant.
  • Auch der Hauptbahnhof soll sich verändern - obwohl bereits ein komplett neues Gebäude angedacht ist.

Die Deutsche Bahn (DB) will 48 Millionen Euro investieren, um ihre alten und teilweise ziemlich heruntergekommenen Untergrundbahnhöfe im Münchner Großraum aufzuhübschen. Geplant ist, die fünf unterirdischen Stationen in der Innenstadt sowie am Flughafen und in Ismaning unter anderem einer kompletten Grundreinigung zu unterziehen, die Böden auszutauschen oder aufzuarbeiten, die Beleuchtung zu verbessern sowie den Verhau an Hinweisschildern, Infovitrinen und Reklametafeln zu entrümpeln. "So wollen wir die Aufenthaltsqualität in unseren Bahnhöfen verbessern", sagt Bahnhofsmanager Heiko Hamann.

Die baulichen Veränderungen sollen bis spätestens zum Jahr 2020 umgesetzt sein. Bereits in den kommenden Monaten will der Bahnhofsmanager Verbesserungen bei den Rolltreppen und Aufzügen umsetzen. Immer wieder ärgern sich Kunden, weil Fahrtreppen und Lifte nicht funktionieren; er selbst, sagt Hamann, komme "fast täglich" an stehenden Anlagen vorbei. "Das ist ein ewiges Ärgernis." Künftig will die Bahn sämtliche Rolltreppen und Aufzüge über eine zentrale Gebäudeleittechnik erfassen. Fällt eine Anlage aus, meldet diese den Defekt automatisch den DB-Technikern. Diese könnten dann rascher ausrücken, um den Mangel zu beheben.

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Über eine App sollen die Fahrgäste zudem künftig sehen, ob Aufzüge oder Rolltreppen an den Stationen funktionieren. "Gerade für in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste ist das sehr hilfreich", sagt Hamann. Bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gibt es diesen Service bereits seit Jahren. Zudem will Hamann die Techniker zu den routinemäßigen Wartungen der Anlagen künftig nachts losschicken. So will er vermeiden, dass ausgerechnet zur Hauptverkehrszeit am Morgen die Rolltreppen und Lifte gesperrt sind. Defekte Uhren an den Bahnsteigen sollen die Techniker künftig binnen 48 Stunden reparieren. Insgesamt betreibt die DB im Großraum München etwa 500 Bahnhofsuhren sowie 104 Aufzüge und 94 Rolltreppen.

Spätestens bis 2020, so Hamann, sollen zudem in den unterirdischen Stationen neue Deckenverkleidungen eingezogen werden. Diese hatte die DB vor Jahren bereits auf Anweisung des Eisenbahnbundesamts abhängen müssen - seither baumelt ein Gewirr aus Kabeln und Rohren relativ unansehnlich von den Betondecken der Tunnelbahnhöfe herab. Um das zu kaschieren, sollen in einem ersten Schritt die Betondecken wie auch Kabel sowie Rohre schwarz gestrichen werden, bis dann in einigen Jahren die Deckenverkleidung angebracht wird. Allerdings hatte Hamann bereits mehrmals eine Verschönerung der Decken in den Bahnhöfen angekündigt, passiert ist bislang relativ wenig.

Voraussichtlich bis 2018 will die DB laut Hamann die bereits vor Jahren mit den Aufsehern des Eisenbahnbundesamts vereinbarte Rauchabzugsanlage am Rosenheimer Platz einbauen. Und bis 2018 soll der von Hamann vor Jahren angekündigte Aufzug am Isartor errichtet werden. Dort will der Konzern einen Lift bauen, der von der Grünanlage an der Ecke Zweibrücken- und Thierschstraße aus die Passagiere in den Untergrund befördert. Obwohl sich dies seit Jahren hinzieht, lobte der Fahrgastverband "Aktion Münchner Fahrgäste" die nun angekündigten Verbesserungen. Die Verschönerung der gut 45 Jahre alten Stationen sei "dringend notwendig".

Auch im Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs will die DB einiges verändern. So wird derzeit in der Haupthalle am "Wartebereich der Zukunft" gewerkelt. Grünpflanzen, eine Spielecke sowie Gastronomieangebote sollen "das Warten angenehmer machen", so Hamann. Die Bahn will die Kunden befragen, welche dieser Angebote besonders gut ankommen. Die Erkenntnisse daraus sollen dazu dienen, ähnliche Wartezonen auch in anderen Bahnhöfen einzurichten. Zudem will Hamann die WC-Anlage am Gleis 11 aufhübschen sowie den Zugang und den Vorplatz an der Bayerstraße umgestalten. Insgesamt steckt der Konzern vier Millionen Euro in das Gebäude - und das, obwohl die DB im Herbst mit ersten Vorarbeiten für den Bau des zweiten S-Bahn-Tunnels beginnen will. Im Zuge dieser Großbaustelle soll bis Mitte oder Ende des nächsten Jahrzehnts ein komplett neues Bahnhofsgebäude errichtet werden. Hamann findet, die Investitionen jetzt seien dennoch nötig: "Bis die zweite Stammstrecke fertig ist, wird es noch dauern."

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