Veranstaltungen:Gedenken an die Euthanasieopfer

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Rund um den 27. Januar finden in München diverse Erinnerungsveranstaltungen statt

Von Jakob Wetzel

Der 27. Januar ist ein symbolträchtiges Datum: An jenem Tag befreiten im Jahr 1945 sowjetische Soldaten die Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. In Erinnerung daran wird an diesem Tag bundesweit der Opfer der Nationalsozialisten gedacht, auch in München. Der staatliche Gedenkakt ist in diesem Jahr den ermordeten psychisch Kranken und Behinderten gewidmet. An der Zeremonie des Bundestags, die von 9 Uhr an online unter www.bundestag.de übertragen wird, nimmt eine Delegation Münchner Angehöriger teil. In München erzählen Familienmitglieder dann am Sonntag, 5. Februar, im NS-Dokumentationszentrum an der Brienner Straße 34 vom Schicksal ihrer Verwandten und ihren Recherchen dazu; zudem diskutieren sie, wie ein würdiges Gedenken in der Öffentlichkeit und im Privaten aussehen kann.

In München selbst sind mehrere Veranstaltungen geplant. Den Auftakt hat der Verein "Respect & Remember" am Mittwoch, 25. Januar, gesetzt: In der BBK-Galerie der Künstler im Museum Fünf Kontinente an der Maximilianstraße hat der Holocaust-Überlebende Ivan Lefkovits vor geladenen Gästen über einen von ihm herausgegebenen Erinnerungsband mehrere Überlebender gesprochen. An diesem Donnerstag, 26. Januar, referiert nun der Überlebende Roman Haller von 19.30 Uhr an im Jüdischen Museum am Sankt-Jakobs-Platz über das "Leben nach dem Überleben". Zur gleichen Zeit beginnt in der FC-Bayern-Erlebniswelt in der Fröttmaninger Arena ein Vortrag mit Gesprächsrunde über den Fußballpionier Walther Bensemann, der wegen seiner jüdischen Wurzeln enteignet worden ist. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Für den Bundesliga-Spieltag hat die Initiative "!Nie wieder" zudem alle Vereine dazu aufgerufen, vor Spielbeginn Gedenkaufrufe zu verlesen; in der Initiative engagieren sich auf Betreiben der evangelischen Versöhnungskirche Dachau bundesweit viele Fangruppen. Am Gedenktag, dem 27. Januar, wird die Stadt am Platz der Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz niederlegen. Um 10 Uhr lesen im NS-Dokuzentrum Schüler des Luisengymnasiums aus Erinnerungen verfolgter Sinti und Roma. Mit der Lesung "Ich hab' immer Angst g'habt" endet das Programm zur derzeitigen Sonderausstellung, die bis 12. Februar zu sehen ist. Am Sonntag, 29. Januar, gedenkt schließlich die "Initiative 27. Januar" der Ermordeten. Hauptredner vor geladenen Gästen in der Residenz ist der KZ-Überlebende Pavel Hoffmann.

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