Beim Farbkonzept des Cafés Om Nom Nom in Neuhausen war offenbar ein Profi am Werk: Fensterrahmen, Speisekarten, Schürzen, ja sogar Fingernägel und Haargummis einiger Angestellten sind rosa. Die Tische passen sich in Eierschale der gedeckten Farbe an. Die Stühle sind aus Holz gefertigt, die Sofas strahlen senfgelb. Ein Plakat mit den Hausregeln (Schuhe und Gefühle anlassen, Tiere willkommen) hängt neben der Theke. Die Fenster sind so groß, dass sich gerne mal ein Schmetterling in den Innenbereich verirrt. Der wird mindestens genauso freundlich begrüßt wie die Gäste. Auch bei 30 Grad im Laden.
All das schafft eine Wohlfühlatmosphäre und macht Lust, das Essen auszuprobieren – auch wenn man für den Platz an einem Tisch am Wochenende anstehen muss. Kleiner Tipp: im weitläufigen Innenbereich ist es möglich zu reservieren. Draußen gilt: first come, first served.
Im Om Nom Nom ist alles pflanzlich. Die Butter ist v-Butter (also vegan), genauso wie der Käse, der Bacon und die Mascarpone-Creme. Anstatt Kuhmilch wird standardmäßig Hafermilch benutzt. Auf Nachfrage und ohne Aufpreis kann man auch Soja- oder Kokosmilch bekommen.
Bevor Marlen Ventker und Daniel Tesic das Om Nom Nom im Januar 2025 eröffneten, haben die Betreiber in Sendling bereits ein veganes Café mit Feinkostladen geführt. Es verwundert also nicht, dass klassische Frühstücksgerichte wie das Avocado-Brot mit besonderen Zutaten wie frittierten Kapern und dem Gewürz Za'atar getoppt sind.
Die Frühstückskarte ist überschaubar. Dem Trend des Sauerteigbrots begegnet man auch hier. Die Kreationen aber sind neu und exotisch. Neben dem klassischen Avocado-Tomate-Brot (12 Euro) gibt es als Sauerteigbrot-Topping unter anderem Artischocken, Karotten-Humus, Wilden Brokkoli und eingelegte Zwiebeln. Wer es süß mag, kann zwischen French Toast (11 Euro), Birchermüsli (9,50 Euro) und Granola (12 Euro) wählen.
Die Getränkeauswahl ist klassisch, die Preise sind vergleichbar mit dem Münchner Durchschnittscafé. Einen ausgezeichneten Espresso bekommt man für 2,50 Euro, einen Cappuccino für vier Euro und einen Iced Strawberry Vanilla Matcha Latte, der Bedienung zufolge der absolute Bestseller des Sommers, für 7,50 Euro. Das ist ziemlich teuer für ein Getränk mit vielen großen Eiswürfeln. Geschmacklich überzeugt der Matcha aber.



Das Essen ist ebenfalls hervorragend. Das Brot ist frisch und fluffig, die Portion groß genug, um tatsächlich satt zu werden. Beim Birchermüsli wird am Obst nicht gespart – das ist leider oft anders und fällt deshalb positiv auf.
Das Café Om Nom Nom hat sich seinen Namen geschmacklich verdient. Kleines Manko: Am Wochenende dauert es sehr lange, bis man bedient wird. Außerdem ist der Zugang zum Innenbereich (eine kleine Stufe) und zu den Toiletten (eine längere Treppe nach unten) nicht barrierefrei. Das Café weiß um dieses Problem, auf der Website wird Hilfe angeboten.
Die Betreiber schreiben zudem: „Ihr werdet nichts vermissen.“ Meistens vermisst man trotz solcher Behauptungen dann doch etwas. Hier nicht. Außer vielleicht mehr Platz im Bauch. Zum Beispiel für die vielen Kuchen (Bananenbrot, Karottenkuchen, Pistazienkuchen für je 4,50 Euro), die perfekt platziert auf der Theke thronen.
Om Nom Nom Café, Volkartstraße 70, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9 bis 17 Uhr

