Variobahn Neue Trambahnen dürfen fahren

Nach langem Streit gibt die Aufsichtsbehörde grünes Licht für die "Variobahn" - dennoch gibt es zunächst Einschränkungen.

Von Marco Völklein

Nach einem etwa eineinhalb Jahre dauernden Gezerre hat die Regierung von Oberbayern am Freitag den neuen Münchner Trambahnen vom Typ "Variobahn" eine Erlaubnis zur "vorläufigen Inbetriebnahme" erteilt. Das teilte die Behörde mit. Der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lag der Bescheid am Freitagnachmittag allerdings noch nicht vor, so das Unternehmen. Sollte dieser noch eingehen, könnten von Montag an die ersten Variobahnen auf den Linien 19 und 20 fahren. Die Fahrgäste auf der Linie 12 werden aber voraussichtlich bis nach Weihnachten zunächst auf Ersatzbusse umsteigen müssen.

Das ändert sich beim MVV

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Die Bezirksregierung als technische Aufsicht hatte den Bahnen lange die Zulassung verweigert. Nach Darstellung der MVG hatten die Aufseher immer wieder Gutachten und Nachweise gefordert; die Regierung hatten ihre Forderungen mit Sicherheitsbedenken insbesondere bei der Statik von Brücken begründet. Die MVG hat 14 Variobahnen für jeweils drei Millionen Euro gekauft.

MVG-Chef Herbert König kündigte am Freitag an, seine Mitarbeiter würden nun "versuchen, die Dienst- und Einsatzpläne so zu ändern, dass ein möglichst rascher Einsatz der Fahrzeuge möglich ist". Da die neuen Züge wegen der fehlenden Zulassung bislang nur im Betriebshof rangiert werden durften, konnte die MVG auch nicht alle Fahrer auf den neuen Trambahnen ausbilden. Nun würden die Planer versuchen, die Fahrer, die bereits geschult wurden, von Montag an auf den neuen Fahrzeugen einzusetzen, so König. Fünf bis sechs Variobahnen könnten von nächster Woche an rollen; auf zwei weiteren will der MVG-Chef zusätzliche Fahrer schulen lassen.

Die MVG will ihren Fahrgästen mit den neuen, 34 Meter langen Zügen, die bis zu 220 Passagiere aufnehmen können, auf stark frequentierten Innenstadtstrecken mehr Platz bieten. Auf der neuen Trasse nach St. Emmeram, die die Stadt an diesem Samstag von 11 Uhr an mit einem Bürgerfest eröffnet, ist der Einsatz der neuen Trambahnen nicht vorgesehen. Dennoch haben die Inbetriebnahme der 4,3 Kilometer langen Neubaustrecke und die Verzögerungen bei der Variobahn-Zulassung Auswirkungen auf die Fahrgäste: Weil die MVG bislang davon ausgehen musste, dass die Variobahnen weiterhin ungenutzt im Depot stehen werden, lässt sie von Sonntag an auf der Linie 12 zwischen Scheidplatz und Rotkreuzplatz Ersatzbusse statt Trambahnen fahren - damit genügend Fahrzeuge da sind, um die neue St.-Emmeram-Strecke bedienen zu können. Für das Frühjahr hat die MVG auf der Linie 12 ohnehin Gleissanierungsarbeiten geplant - den Ersatzverkehr mit Bussen hatte man also um einige Monate vorgezogen.

Nun darf die MVG Variobahnen einsetzen - das verschafft ihr zwar theoretisch Luft. Doch praktisch wird es noch einige Tage dauern, bis die Einsatzpläne für Personal und Material so umgestellt sind, dass auch auf der 12er wieder Trambahnen fahren. Bis dahin, wohl bis 27. Dezember, müssen die Fahrgäste in Ersatzbusse mit der Liniennummer 112 einsteigen. Auf der Linie 17 sind am Morgen bis auf weiteres zwischen Schwanseestraße und Sendlinger Tor ebenfalls Ersatzbusse zur Verstärkung unterwegs.