Varieté am Max II:Ohne Kitsch und Plüsch

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Vor wenigen Monaten noch "Kleine Komödie", jetzt "GOP Varieté-Theater" - im September 2008 ist auf der kleinen Bühne am Max II Varieté-Kunst zu sehen. Mit Restaurant und kulinarischen Genüssen.

Nora Große-Harmann

Noch sind die Wände unverputzt, von der Decke baumeln rote Kabel. Nachdem das ehemalige Boulevard-Theater "Kleine Komödie" vor gut einem Jahr pleite ging, war erst einmal Schluss.

Das "GOP Varieté-Theater" zieht in das Haus der "Kleinen Komödie" in der Maximilianstraße. (Foto: Foto: Nora Große-Harmann)

Doch jetzt tut sich wieder was am Max II: Im September diesen Jahres eröffnet die GOP Entertainment Group ein Varieté-Theater. "Aber ohne Kitsch und Plüsch wie in den Varieté-Theatern der zwanziger und dreißiger Jahre", betont Olaf Kitzig, Innenarchitekt und zuständig für die Gestaltung der neuen Theaterräume. "Wir wollen ein zeitgemäßes, modernes Varieté mit freundlichem Ambiente".

Bis dahin gibt es aber noch eine Menge zu tun, denn der kleine Theatersaal wird, so Kitzig, komplett umgestaltet. Eine nach hinten ansteigende Podesterie über zwei Meter Höhe soll freie Sicht auf die Bühne gewährleisten. Insgesamt 300 Gäste, die an Tischen sitzen, werden somit Platz haben. In der "Kleinen Komödie" hingegen gab es noch 600 Plätze.

"Varieté" steht für Vielfältigkeit: Nicht nur Schauspieler, auch Jongleure und Akrobaten, Musiker und Comedians präsentieren im Varieté-Theater ihre Shows. So auch in München. In zweimonatig wechselnden Vorstellungen treten von September an Künstler aller Art auf. Zu Preisen, die, so jedenfalls Geschäftsführer Olaf Stegmann, "ädaquat" sind: Eine Show kostet zwischen 20 und 50 Euro.

Wer zusätzlich im Restaurant, das im ehemaligen Garderobenbereich untergebracht werden soll, speisen möchte, bezahlt zwischen 45 und 70 Euro. Denn zum Varieté-Vergnügen gehört laut GOP auch der kulinarische Genuss.

"Der Besucher hat dabei die Wahl, wie er den Abend bei uns verbringen möchte: Essen und Varieté, nur Essen, nur Varieté - alles ist möglich.", erklärt Kitzig. Allerdings sind Restaurant- und Theaterbereich strikt voneinander getrennt. Im Saal werde grundsätzlich nicht gegessen.

Karten für's Varieté gibt's von Ende Mai an. Die Künstler treten täglich auf: unter der Woche ab 20 Uhr, freitags und samstags um 18 und um 21 Uhr. Am Sonntag soll es außerdem Vorstellungen am Nachmittag geben. Jeweils um 14 und um 17 Uhr.

Warum die GOP nach München komme? Ganz einfach: "München ist eine multikulturelle Spielwiese", sagt Hubertus Grote, GOP-Geschäftsführer. "Durch München als neuen Standort können wir in der Öffentlichkeit noch stärker präsent sein".

Ob die "Kleine Komödie" mit Varieté-Konzept jedoch anschlägt, bleibt, trotz Optimismus der GOP-Beschäftigten, abzuwarten. In ein paar Monaten werden sich die Münchner von der neuen Varieté-Kunst am Max II selbst überzeugen können.

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