„Amore di Core“ lautet das Motto, unter dem von Freitagabend bis Samstagfrüh zu Techno durchgetanzt wird: Schranz, Frenchcore und Trance stehen auf dem Programm. Da die Kollektive im Import Export zwei Stages bespielen können, haben sie auf ihren Social-Media-Kanälen ihre Community befragt, welche Stile auf der großen Bühne gespielt werden sollen. Gewonnen hat die „Harder Style Stage“, auf der Gabba bis Upcore aufgelegt wird, und die passend zum Valentinstag „Harder Love Stage“ genannt wird. Im kleineren Raum wird melodischer Trance gespielt, an diesem Abend ist hier die „Trance and Dance“-Stage.
Die Interaktion mit ihren Gästen ist ein wichtiger Teil für die Teams von Nachtschatten und Morph. Weil es sich ergeben hat, dass am Freitag vor allem männliche DJs auflegen, haben sie bei Instagram zwei DJ-Slots an FLINTA (Frauen, lesbische, intergeschlechtliche, non-binäre, transgeschlechtliche und agender)-Personen verlost.
Damit die Gäste auch untereinander ins Gespräch kommen, haben sich die DJs hinter Morph und Nachtschatten eine Alternative zu den klassischen Valentinstags-Specials überlegt. Das erklärt Tobi alias DJ Midimal, der für diese Veranstaltung stellvertretend für die beiden Kollektive spricht. „Viele größere Clubs machen Valentinstags-Specials, bei denen Armbänder in verschiedenen Farben ausgeteilt werden und zeigen, ob man Single oder vergeben ist“, sagt er, „wir waren alle schon in Clubs und haben gesehen, wie das ist, wenn Frauen die ganze Zeit von Männern angesprochen werden“. Sie wollen verhindern, dass Single-Personen belagert werden.
Am Freitag gibt es ein Memory: Statt zwei Karten für ein Paar gibt es für jedes Motiv sechs Karten. Wer möchte, kann am Eingang eine Karte ziehen und während der Sets herausfinden, wer dasselbe Motiv gezogen hat. Auf den Karten stehen Kennenlern-Fragen. Wurden die Karteninhaber erfolgreich gefunden, kann man sich am Eingang eine Rose abholen. „Wir möchten, dass Leute sich als Menschen kennenlernen, unabhängig vom Beziehungsstatus. Vielleicht entstehen neue Freundschaften“, sagt Tobi.
Die beiden jungen Kollektive – alle sind über 18, die ältesten Ende 20 – möchten in ihrer Clubnacht die Liebe zur Ravekultur und zur Musik feiern und eine Verbundenheit jenseits von Liebe in Paarbeziehungen herstellen. „Amore steht für uns für die Liebe zur Subkultur und nicht-kommerziellen Events“, sagt Tobi, das sei „gerade in einer teuren Stadt wie München“ wichtig. Der Eintritt kostet an der Abendkasse zehn Euro, die Kollektive rechnen damit, an dem Abend bei null rauszukommen.
Dass diese Werte von Zusammenhalt und Raves für alle nicht nur passend zum Valentinstag hochgehalten werden, ist den Veranstaltern anzumerken. Auf ihren Social-Media-Kanälen posten sie regelmäßig, dass bei ihren Raves alle willkommen seien („außer Faschos“) und rufen zu Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme auf. Das Motto „One love, one rave“ ist bei ihnen nicht an den 14. Februar gebunden. That’s Amore.
Amore di Core, Freitag, 13. Februar, 22–5 Uhr, Import Export, Schwere-Reiter-Straße 2h

