Prozess Reinigungskraft stielt 432 000 Euro aus Toilettenanlage und muss in Haft

Der 63-Jährige hatte das Münzgeld im Hauptbahnhof abgezweigt. Der Betreiber merkte lange nichts.

Von Susi Wimmer

Dass man mit einem Bahnhofsklo sehr viel Geld machen kann, klingt zunächst etwas abwegig. Stjepan K. allerdings gelangte so zu Reichtum: Fünf Jahre lang zweigte er Münzgeld von der Toilettenanlage am Gleis elf im Hauptbahnhof ab und klaute sich das hübsche Sümmchen von über 432 000 Euro zusammen. Für dieses schmutzige Geschäft allerdings schickte die zehnte Strafkammer am Landgericht München I den 63-Jährigen jetzt für zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Seine Lebensgefährtin, die als Objektleiterin der Anlage tätig war und ihm unberechtigterweise den Klo-Schlüssel überlassen hatte, wurde vom Gericht freigesprochen. 17 Jahre lang waren Stjepan K. und Jadranka J. ein Paar, doch das Gericht war sich sicher, dass die 57-Jährige von den Unterschlagungen nichts bemerkt hatte. Als Objektleiterin war es ihre Aufgabe, die Automaten zu leeren und das Geld in ihrem Bürosafe bis zur Abholung zu deponieren.

Als sie Rückenprobleme bekam, habe ihr Lebensgefährte, der in dem Betrieb als Reinigungskraft arbeitete, das Münzgeld für sie aus der Toilette am Gleis elf abgeholt. Auch wenn sie im Urlaub oder krank war, sei der 63-Jährige für sie eingesprungen, ebenso ihr Schwiegersohn, der als Techniker in der Toilettenanlage arbeitete. Stjepan K. jedenfalls nahm 255 Mal Münzgeldbeträge zwischen 300 und 4700 Euro mit und zahlte sie auf sein Konto ein. Der Betreiberfirma war die Differenz fünf Jahre lang nicht aufgefallen.

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