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Urteil:Engmaschige Aufsicht statt Haft

Der Mann, der sich im September 2015 in der S-Bahn zwei Stunden lang an eine stark betrunkene Frau gepresst und diese sexuell missbraucht hat, muss nicht in Haft. Die achte Strafkammer kam zu dem Schluss, dass der 47-Jährige schuldunfähig sei und sprach ihn frei. Stattdessen ordnete das Gericht die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an und setzte sie unter Auflagen aus. "Das Urteil ist angemessen, ein Stück weit müssen wir uns in solchen Fällen auch auf psychologische und psychiatrische Gutachter verlassen", sagte Verteidiger Martin Scharr. Die Gutachter hatten empfohlen, den Mann besser in seinem gesicherten Umfeld zu belassen, mit seiner Arbeit als Textilreiniger, mit Wohnung und Familienangehörigen. Der Mann wird unter Führungsaufsicht gestellt. Das heißt, neben einem Bewährungshelfer untersteht er noch einer Aufsichtsstelle und wird engmaschig betreut. Verstößt er gegen eine Auflage, wird sofort die Unterbringung auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.