Uraufführung:Mit Horvath in der Tankstelle

Am Residenztheater entwickelt Simon Stone eine hochaktuelle Hommage an den Schriftsteller Ödön von Horváth und bedient sich ganz frei aus dessen Kosmos aus Kleinbürgern, Glückssuchenden und Gestrandeten.

Von Veronika Kügle

"Wir freuen uns auf längst Versprochenes", so das Münchner Residenztheater, das einen Teil des Spielplans vergangenes Jahr verschieben musste, als die Pandemie lang geschmiedete Pläne durchkreuzte und unser aller Leben auf den Kopf stellte. Um Menschen in Zeiten der Krise wird es auch in dem Stück "Unsere Zeit" gehen, das am Sonntag, 19. September, uraufgeführt wird. Ort des Geschehens ist in der Inszenierung des australischen Regisseurs Simon Stone eine Tankstelle. Dort treffen über Jahre hinweg fünfzehn Figuren aufeinander, die getrieben von Sehnsüchten, Schicksalsschlägen, psychischen Verwundungen und wirtschaftlichen Zwängen nach ihrem persönlichen Glück streben. Stone orientiert sich in seinem Stück an Erzählmotiven von Ödön von Horváth, der bekannt wurde durch sozial-politische Gesellschaftsanalysen und Theaterstücke wie "Geschichten aus dem Wiener Wald". In seinen Werken taucht immer wieder der Bezug zu München auf. Horváth selbst ging ein paar Jahre in der bayerischen Landeshauptstadt zur Schule, später studierte er an der Universität München. Sein erster literarischer Text, "Das Buch der Tänze", wurde vor fast hundert Jahren in München konzertant aufgeführt.

Unsere Zeit, So., 19. Sept. 17 Uhr, Residenztheater, Max-Joseph-Platz 1, Karten unter residenztheater.de oder Telefon 21851940

© SZ vom 15.09.2021
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