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Unterschriften-Aktion:Und noch ein Bürgerbegehren

Truderinger wollen die Münchner Freiflächen vor weiterer Bebauung schützen

Die Münchner können sich nun mit gleich drei Bürgerbegehren auseinandersetzen. Noch läuft die Unterschriftensammlung für eine Abschaltung des Kohleblocks im Kraftwerk München-Nord; am Mittwoch beginnt das Begehren für saubere Luft. Und noch im Dezember soll ein weiteres starten, diesmal, um alle Grünflächen Münchens vor Bebauung zu schützen. Das kündigte die Truderinger Bürgerinitiative "Rettet die Unnützwiese" am Dienstag an.

Die Mitglieder sind entschlossen, nicht nur für ihre Bolzwiese zu kämpfen, auf der die Stadt 55 Wohnungen im Programm "Wohnen für Alle" errichten will. Sie sehen ihren Fall vielmehr als symptomatisch an. Denn auch in Milbertshofen hatte es kürzlich ähnliche Proteste gegen die geplante Bebauung eines Bolzplatzes gegeben - dort reagierte die städtische Baugesellschaft GWG und änderte ihre Pläne. Um den Bolzplatz zumindest in verkleinerter Form zu erhalten, passte sie den Baukörper am Frankfurter Ring an und reduzierte die Zahl der Wohnungen. "Obwohl Freiflächen in München bereits Mangelware sind, will die Stadt für die Bevölkerung wertvolle, sogar im Flächennutzungsplan ausgewiesene Grünflächen durch Bebauung dauerhaft vernichten", sagt Stefan Hofmeir, Sprecher der Truderinger Bürgerinitiative, über die nicht nur im Münchner Osten kritisierten Bauprojekte. Er will sich nun mit Initiativen in anderen Stadtteilen vernetzen. "Wohnungsbau ist wichtig, nicht aber auf Kosten von Grün- und Freiflächen oder Frischluftschneisen. Wir erwarten von der Stadtverwaltung eine nachhaltigere Stadtplanung", erklärt Hofmeier.

Die Aktiven der Initiative "Rettet die Unnützwiese" beklagen nicht zuletzt, von der Stadt allzu lange über die Baupläne im Unklaren gelassen worden zu sein. Da sie von ihrem Bauvorhaben nicht abrückt, sieht die Bürgerinitiative als einzige Chance das Begehren. "Wir sind überzeugt, sehr schnell die notwendigen gut 35 000 Unterschriften zusammenzubekommen", sagt Hofmeir. Dann müsste sich der Stadtrat das Begehren zu eigen machen oder einen Bürgerentscheid ansetzen.

Über die Streitfrage, wie viel Freifläche bebaut werden darf, haben die Münchner schon einmal entschieden: Im Jahr 1997 standen zwei Bauvorhaben in Trudering und Aubing zur Abstimmung - für alle Münchner, da es um einen Grundsatzbeschluss über den Wohnungsbau ging. Beide Initiativen gegen die Projekte verloren damals deutlich.