Bedingt in Flanier-, keineswegs aber in Spendierlaune zeigt sich der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching, wenn es um Benjamin Davids Verein "Isarlust" und dessen Projekt eines "Isarboulevards" geht. Mit einem Zuschussantrag über 5971 Euro für einen temporären Kunst- und Versammlungsbereich und für Veranstaltungen in der Zeit vom 25. Mai bis 31. Dezember dieses Jahres ist der Verein beim BA 18 abgeblitzt - nicht nur, weil der Veranstaltungsort außerhalb des Bezirks liegt.
Nicht mittragen will eine Mehrheit im BA vor allem die Stundensätze für Honorarkräfte von 30 Euro. Während sich Sebastian Weisenburger (Grüne) für einen wenigstens halbierten Zuschuss einsetzte, fanden andere drastische Worte dagegen: Andreas Babor (CSU) sieht im temporären Isarboulevard eine "rein kommerzielle" Veranstaltung. Da wolle sich "jemand die Taschen voll machen" und biete im Gegenzug lediglich "dummes Dahergeschwätz ohne Auswirkungen". Etwas diplomatischer urteilt BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU): Der Antrag und das vorgelegte Konzept seien ein "Schlag ins Gesicht" für die ehrenamtlichen Mitglieder der Bezirksausschüsse, vor allem in der Isarvorstadt, im Lehel oder in der Au. Dort mache man sich sachlich Gedanken über den künftigen Verkehr auf den innerstädtischen Isarparallelen und Querungen, wo "Isarlust" bislang nur "Hashtags und Schlagworte abgebe". Baumgärtner erwartet mehr "Inhalt und Fundament", in der Frage, wie die Verkehrsberuhigung von Hauptachsen in den Nachbarvierteln funktionieren soll. Am Ende bewilligte der BA einen Zuschuss von 1000 Euro - aber nur für etwaige "Isarlust"-Veranstaltungen im 18. Stadtbezirk. Wenn es um geplante Verkehrsberuhigung im Stadtzentrum geht, zeichnen sich auch sonst Konflikte um drohende Verdrängungseffekte ab. Ein Positionspapier des BA Altstadt-Lehel, das dort die Auflösung von öffentlichen Parkplätzen binnen fünf Jahren fordert, nimmt der BA 18 zur Kenntnis.