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Klimaschutz:Proteste gegen die Münchner Stadtwerke

"Die Demos waren nur der Auftakt", sagt ein Mitorganisator des Protests.

"Die Demos waren nur der Auftakt", sagt ein Mitorganisator des Protests.

(Foto: Robert Haas)

In Unterföhring und auf dem Münchner Marienplatz hat eine Doppel-Demonstration gegen den Energieversorger stattgefunden. Die Forderungen der Protestierenden sind deutlich.

Am Freitag haben Klimaschutzaktivisten und Politiker gleich zweimal gegen die Münchner Stadtwerke protestiert. Bei der Doppel-Demonstration gab es zwei Kernforderungen: die sofortige Beendigung der Planung des Gaskraftwerks in Unterföhring sowie ein Stopp bei der Beteiligung an dem Bohrunternehmen Spirit Energy. "Die beiden Projekte alleine decken 85 Prozent des CO₂-Budgets der Stadt ab", sagte Helmut Paschlau, Mitorganisator des Protests.

In Unterföhring stellten sich die Beteiligten gegen die Pläne der Münchner Stadtwerke, das Kohleheizkraftwerk Nord in Zukunft durch ein Gaskraftwerk zu ersetzen. Dafür versammelten sich etwa 40 bis 50 Menschen gegen neun Uhr vor der Unterföhringer Anlage. Durch den Bau und den 30-jährigen Betrieb würden 22,5 Millionen Tonnen CO₂ entstehen. Laut Paschlau sei diese Umweltbelastung nicht notwendig, denn der Strom- und Wärmeverbrauch könne auch ohne den Bau der Anlage gedeckt werden.

Eine zweite Kundgebung fand im Anschluss auf dem Münchner Marienplatz statt. Mehr als 50 Demonstranten kritisierten dort die Beteiligung der Stadtwerke an dem Unternehmen Spirit Energy. Die SWM seien dadurch für eine CO₂-Belastung von 32 Millionen Tonnen verantwortlich. Sollten die Stadtwerke nicht einlenken, hieß es bei der Demo, machten sich die Gemeinde und die Organisatoren auf einen Rechtsstreit gefasst. "Die Demos waren nur der Auftakt", so Paschlau, "wir haben einen langen Atem".

© SZ vom 30.01.2021 / ajab/van
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