Unnützes Münchenwissen:Nächster Halt: Munich West

Eine Fluggesellschaft erfindet für München einen fünften Flughafen, Studenten hausen im Landtag und eine Adelige schafft den Gestank in der Stadt ab: Kuriose Dinge über München, die Sie so bestimmt noch nicht kannten.

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Beleuchtetes Maximilianeum in München, 2010, 2010

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Dinge über München, die Sie so bestimmt noch nicht kannten.

Studentenbude im Landtag

Eigentlich arbeiten hier die Volksvertreter: Im Bayerischen Landtag dreht sich (fast) alles um Politik. Auf der hinteren Seite des Prachtbaus befinden sich allerdings zwei moderne Neubauten. Teils sind dort Büros und Sitzungssäle untergebracht, teils leben dort Studenten - die Maximilianeer.

Sie sind Stipendiaten der Stiftung Maximilianeum, die 1852 gegründet wurde. Freie Kost und Logis ermöglichen ihnen für die Dauer ihres Studiums ein sorgenfreies Leben. Frauen werden dort übrigens erst seit 1980 aufgenommen. Mit Ausnahme von Medizin und Theologie für ein Kirchenamt kann jedes Studienfach studiert werden.

AVION DE LA COMPAGNIE AERIENNE LOW COST, RYANAIR.

Quelle: Fedephoto/StudioX

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Unnützes Münchenwissen:Die Munich West-Schlawiner

Die Munich West-Schlawiner

In München gibt es eigentlich nur vier Flughäfen: Oberwiesenfeld, wo der Betrieb 1968 eingestellt wurde, Oberschleißheim, den sechs Luftsportvereine und die Bundespolizei nutzen, und Riem, der ebenfalls nicht mehr existiert, weil 1992 der gesamte Betrieb ins Erdinger Moos, also Nummer vier, gezogen ist.

Die Fluggesellschaft Ryanair sieht das jedoch ein bisschen anders, und hat mal eben einen fünften Münchner Flughafen erfunden, den sogenannten Munich West. Dieser Flughafen liegt jedoch nicht etwa in Pasing - oder, was auch schon rotzfrech wäre, aber wenigstens mit der S-Bahn zu erreichen, in Geltendorf - sondern in Memmingen.

Da staunt der ankommende Passagier nicht schlecht. Denn Memmingen ist eine Stadt im Unterallgäu, die bei gutem Verkehr schon sage und schreibe eineinhalb Autostunden von München entfernt ist. Eine S-Bahn? Fehlanzeige. Wenn überhaupt eine Regionalbahn. Die braucht aber, je nach Verbindung, bis zu zwei Stunden an den Münchner Hauptbahnhof. Ganz schöne Schlawiner, die von Ryanair.

Münchner Ostfriedhof im Herbst, 2007

Quelle: Hess, Catherina

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Stinkendes Ende

Gut, dass es Maria Anna von Sachsen gab, die Gattin des bayerischen Kurfürsten Max III. Ihr ist es zu verdanken, dass die Gehängten am Galgenberg (Landsberger Straße / Höhe Hackerbrücke) ab dem Jahr 1774 auch beerdigt wurden. Zuvor war es Brauch, dass man die armen Kerle einfach so lange hängen ließ, bis sie von selbst abfielen.

Irgendwann wurde der adligen Dame der Gestank jedoch zu viel. Also veranlasste sie eine anständige Beerdigung für die Gehenkten. Vor allem ein Tag dürfte wohl zu dieser Entscheidung beigetragen haben: Einmal sollen 17 faulende Leichen auf einmal am Galgenberg gehangen sein.

Im Bild: Münchner Ostfriedhof

Hofbräuhaus in München, 2008

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Schließfach für das Heiligste

Wer im Münchner Hofbräuhaus zu den alteingesessenen Gästen zählt, genießt ein ganz besonderes Privileg: das eigene Fach für den Bierkrug im so genannten Maßkrugtresor.

Wer ein solches ergattern will, muss schon das Glück haben, aus einer Stammgastdynastie einen Schlüssel zu erben. Entsprechend moderat sind dafür die Mietpreise, etwa drei Euro kostet so ein Schließfach - pro Jahr.

Neulinge haben keine Chance an einen eigenen Maßkrugtresor zu gelangen. Für sie herrscht hier - im wahrsten Sinn des Wortes - geschlossene Gesellschaft.

Lindenstraße Schild

Quelle: WDR/Mara Lukaschek

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Soap am falschen Ort

Verkehrte Serienwelt: Die Kult-Fernsehserie spielt seit jeher in München - gedreht wird sie aber in Studios in Köln. Umgekehrt läuft es bei "Marienhof": Die Probleme und Alltagsdramen der Figuren spielen zwar in einem fiktiven Kölner Stadtviertel, tatsächlich aber wurde die Serie in den Bavaria Film Studios gedreht.

Timofei

Quelle: Lisa Sonnabend

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Schwarzbauten für den Frieden

Illegale Bauten haben in München keine Chance? Von wegen! Da, wo im Sommer das Tollwood-Festival stattfindet, stehen eine kleines Häuschen und Kapelle, die da ursprünglich nie hätten gebaut werden dürfen. Errichtet hat sie von 1952 an der sowjetische Emigrant Timofei Wassiljewitsch Prochorow, kurz: Väterchen Timofei. Als die Bauten abgerissen werden sollten, wurde protestiert - mit Erfolg.

Seit Timofeis Tod im Jahr 2004 wird die Kapelle durch private Initiativen betrieben und gepflegt. Bis heute liegt die "Ost-West-Friedenskirche" wie eine Insel inmitten des Areals. In Timofeis ehemaligem Wohnhaus befindet sich außerdem ein kleines Museum.

McDonald's steigert im ersten Quartal Umsatz und Ergebnis

Quelle: ddp

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München und das goldene M

In München hat alles angefangen: Am 4. Dezember 1971 wurde in Giesing das erste McDonald's Restaurant eröffnet. Die Filiale in der Martin-Luther-Straße 26, ganz in der Nähe des Grünwalder Stadions, gibt es bis heute. Die Zahl der Fast-Food-Restaurants mit dem goldenen "M" ist inzwischen auf mehr als 30 gestiegen.

Hofbräuhaus in München, 2008

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Braunes und weißes Bier

Wilhelm V., Herzog von Bayern (1579 - 1597), hatte einen durstigen und anspruchsvollen Hofstaat. Weil den Leuten das Münchner Bier nicht schmeckte, musste das Getränk aus Niedersachsen importiert werden. Eine Schande!

Also ließ der Herzog ein eigenes Brauhaus bauen, das "braune" Hofbräuhaus, das 1592 am Alten Hof den Betrieb aufnahm. Braunes Hofbräuhaus deshalb, weil dort ausschließlich Braunbier gebraut wurde.

Im Jahr 1607 kam dann noch das herzogliche Weißbierbrauhaus auf Wunsch von Maximilian I. hinzu - das historische Fundament für das heutige Hofbräuhaus (im Bild: der historische Festsaal).

Allianz Arena Illuminated for UEFA Champions League Final

Quelle: Allianz Group via Getty Images

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Neues Kleid für die Arena

Eigentlich kann die Allianz Arena nur in drei Farben leuchten: rot (wenn der FC Bayern spielt), blau (als noch der TSV 1860 in der Arena gespielt hat) und weiß (bei neutralen Partien, etwa Länderspielen). Weiß war auch die Farbe während der WM 2006. Doch zum Champions-League-Finale am 19. Mai 2012 hat die Uefa einen Trick angewandt.

Von den insgesamt 2784 Kissen der transparenten Außenhülle können 1056 farbig leuchten - und die wurden, zumindest teilweise, mit einer Folie überklebt, so dass bei eingeschaltetem Licht der gewünschte Effekt entstand. Der Grund für die Aktion: Die Beleuchtung sollte wohl zum CL-Endspiel den Farben aus dem Final-Logo der Uefa entsprechen.

Blinken ist übrigens verboten: Um Autofahrer nicht zu stören und eine Gefährdung auf der Autobahn auszuschließen, darf das Licht der Arena nicht innerhalb von zwei Minuten wechseln.

Falkner als Stadtjäger

Quelle: dpa

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Kaninchenjagd im Stadtfriedhof

Mitten in München geht es zu wie in einem Wildpark: Kaninchen, Füchse, Biber, Rehe und manchmal sogar Wildschweinein. Eigentlich leben die Tiere hier relativ sicher, wären da nicht die Stadtjäger. Sie greifen ein, wenn sich manche Arten zu schnell vermehren oder Gefahren für die Menschen ausgehen, etwa durch den Fuchsbandwurm.

Allerdings darf der Jäger nur in Ausnahmefällen zum Gewehr greifen. Normalerweise geht er mit Greifvögeln und Frettchen auf die Pirsch, zum Beispiel in Parks, auf brachliegendem Gelände oder auf Friedhöfen.

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Quelle: imago stock&people

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Mord im Maximiliangymnasium

Was hat der gebürtige Niederländer Heintje als Junge am Münchner Maximiliangymnasium verloren? Mit Bildung hatte sein Besuch nur entfernt zu tun, vielmehr stiftete er Unruhe - etwa in dem Film "Hurra, die Schule brennt (Foto; zusammen Peter Alexander und Gerlinde Locker).

In vielen anderen Filmen, wie "Pepe, der Paukerschreck" oder "Betragen ungenügend!" doubelt das Schwabinger Max-Gym, wie es kurz genannt wird, das Mommsen-Gymnasium in Baden-Baden. Wenn Hansi Kraus als Pepe Nietnagel seine Scherze treibt, geschieht das sogar in den realen Klassenzimmern. In den 1970er-Jahren ging es bei zahlreichen Produktionen nicht mehr so harmlos zu, dazu gehören "Der Kommissar: Auf dem Stundenplan Mord" oder "Derrick: Der Tag nach dem Mord".

Touristinnen am Marienplatz in München, 2011

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Besuch von Landsleuten

Japaner, die unentwegt auf den Auslöser ihrer Kameras drücken, Amerikaner, die das Hofbräuhaus suchen - soweit ein paar Klischees. München ist nicht nur während des Oktoberfests ein beliebtes Urlaubsziel. 2011 besuchten 5.931.052 Touristen die Stadt. Die meisten Gäste kamen aus Deutschland, gefolgt von Italien, Großbritannien und Nordirland. Auch bei Gästen aus der Schweiz, Österreich und den Arabischen Golfstaaten steht München hoch im Kurs.

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Quelle: SZ

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Weltsensation mit Pulverantrieb

Wenn ein Astronom zum Autobauer wird: Bei einem modernen Formel-1-Rennen hätte der Münchner Max Valier mit seinem pulvergetriebenen Raktenwagen keine Chance mehr. Aber im Jahr 1928 war seine Erfindung eine Welt-Sensation: In nur acht Sekunden erreicht das futuristische Gefährt mit der zigarrenförmigen Karosse eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern in der Stunde.

Die Erfindung hat weitreichende Folgen: Mit seinem Flitzer hat Valier die Entwicklung der Raketentechnik vorangetrieben.

Themendienst Essen & Trinken: Genuss rund um den Knoedel

Quelle: SZ

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Knödelige Auszeichnung

Sagt man Semmelknödel, Semmelnknödel oder Semmelnknödeln? Diese Frage hat Karl Valentin und Liesl Karlstadt einst schwer beschäftigt - im Wirtshaus in der Au kann man darüber philosophieren, während man das "Bayrische Knödeldiplom" erwirbt. Diese Auszeichnung gibt es tatsächlich, wenn man den "Königlich Bayerischen Knödelkochkurs" erfolgreich bestanden hat.

Eine eindeutige Antwort auf die Semmelknödel-Frage haben Karl Valentin und Liesl Karlstadt übrigens nicht gefunden.

Wiesnbierprobe in München, 2010

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Aufständische Bayern

Wenn es ums Bier geht, verstehen die Bayern keinen Spaß. Das hat auch König Ludwig I. zu spüren bekommen. Aufgrund von gestiegenen Rohstoffpreisen erhöhte er zum 1. März 1844 den Bierpreis: um einen Pfennig.

Da war es vorüber mit der bayerischen Gemütlichkeit und das Volk machte Krawall. Etwa 2000 Menschen zogen randalierend durch die Münchner Innenstadt, stürmten Brauereien und zerstörten alles, was ihnen im Weg stand.

Auch das herbeigerufene Militär, eigentlich zur Niederschlagung des Aufstandes bestimmt, zeigte sich gegenüber dem Gerstensaft loyaler als gegenüber dem König: Es verweigerte sämtliche Befehle. Bereits am 5. März lenkte König Ludwig I. ein und nahm die Bierpreiserhöhung zurück.

Kazmairstraße

Quelle: Ingrid Fuchs

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Wo der Monaco Franze zur Welt kam

Irgendwo hier muss es gewesen sein, in einem der Häuser dieser Kreuzung soll "der Monaco Franze" zur Welt gekommen sein. So zumindest beschreibt es Helmut Dietl, Regisseur der Kultserie aus den Achtzigern: "... im Sommer des Jahres 1933 hineingeboren . . . zwischen Westend und Schwanthalerhöh', dort wo die Kazmair- der Ligsalzstraße begegnet."

Dietl selbst ist zwar im oberbayerischen Wiessee geboren; der Darsteller des "Monaco Franze" jedoch, der Schauspieler Helmut Fischer, kam tatsächlich im Grenzgebiet zwischen Neuhausen und Schwanthalerhöh´ zur Welt. Das Drehbuch zur Kultserie enthält viele biografische Details aus Fischers Leben.

'Löwenzahn' - Peter Lustig

Quelle: dpa

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Löwenzahn? Pusteblume!

Harte Recherchen für den Fanclub "Löwenzahn": Die Anhänger der Kindersendung haben den Ort ausfindig gemacht, an dem die Serie ihren Anfang nahm. Denn schon bevor Peter Lustig von seinem Berliner Bauwagen aus Kindern die Welt und ihre Geheimnisse erklärte, wurde die Reihe in München unter dem Titel "Pusteblume" gedreht.

Nach unzähligen Telefongesprächen hat der Fanclub den Drehort in Oberhaching ausgemacht. "Das Haus steht auch heute noch und sogar die Besitzerin ist noch dieselbe wie damals", heißt es auf der Homepage. Die Produktionsfirma stritt sich mit dem ZDF, die Serie wurde eingestellt und von einer anderen Firma in Berlin als "Löwenzahn" fortgesetzt. In der ersten Folge zieht Peter Lustig dann auch aus dem Haus aus, weil der Fluglärm unerträglich ist.

Albert Einstein

Quelle: ag.dpa

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Vom Hilfsarbeiter zur Physik-Ikone

Auch der Physiker und Begründer der Relativitätstheorie hat mal klein angefangen: Albert Einstein soll in München aufgewachsen sein und als Lehrling in der Elektrofirma seines Vaters und seines Onkels gearbeitet haben.

Diese Firma war schließlich für das erste elektrische Licht auf dem Münchner Oktoberfest verantwortlich und verkabelte Teile des Münchner Stadtteils Schwabing. Und Albert Einstein? Der war als Hifsarbeiter mit dabei - und drehte im Jahr 1896 im Schottenhamel-Festzelt die Glühlampen ein.

Guglmänner in Andechs

Quelle: dpa

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Bayerischer Geheimbund

Schwarz vermummte Gestalten, Verschwörungstheorien und ein unaufgedeckter Mord: Die Guglmänner erinnern mit ihren Kutten an die Mitglieder des Ku-Klux-Klans. Aber sie sind bis heute treue Anhänger des bayerischen "Kini", Ludwig II. Sie glauben nicht daran, dass ihr Monarch am am 13. Juni 1886 tatsächlich im Starnberger See ertrunken ist. Sie glauben an Mord.

Um die Greueltat zu beweisen, haben die Guglmänner eine ganze Reihe von "Beweisen" gesammelt, mit dabei: eine stehengebliebene Uhr, ein Gewehr und ein angeblich leerer Sarkopharg. Bei letzterem handelt es sich um das offizielle Grab des Märchenkönigs in der Münchner St. Michael Kirche, seit Jahren verlangen die Mitglieder des Geheimbundes, dass es geöffnet wird. Das wäre nämlich nach Überzeugung der Guglmänner leer, stattdessen befinde sich der Leichnam in Kloster Andechs - alles Verschwörung?

Euro-Gruppe verhandelt ueber Griechenland

Quelle: dapd

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Einsame Insulaner

In München leben die unterschiedlichsten Nationalitäten auf einem Fleck. Die größte Gruppe stellen die Türken, gefolgt von Griechen und Kroaten. Doch es gibt auch einige Münchner, die laut dem Statistischen Jahrbuch alleinige Vertreter ihrer Länder in der Landeshauptstadt sind.

So lebte 2011 hier ein einziger Monegasse, ein Mann von den Komoren und einer aus Swasiland. Jeweils ein Insulaner aus Antigua und Barbuda und den Cookinseln muss ebenfalls ganz allein seine Flagge hochhalten.

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Quelle: Alessandra Schellnegger

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Teuflischer Fußabdruck

Ein ungebetener Gast hinterließ einst seine Spur in der Münchner Frauenkirche: Manchen nennen ihn Sparifankerl, andere sagen Teufel, Satan oder Beelzebub. Das Höllenwesen soll einst die Frauenkirche besucht und dabei den Teufelstritt hinterlassen haben - einen Fußabdruck im Marmorboden. Überliefert sind zwei Versionen:

I. Dem Sparifankerl passte der Neubau der Frauenkirche ganz und gar nicht, weshalb er beschloss, den Bau zu zerstören. In der Kirche angekommen entdeckte er allerdings keine Fenster. "Diese Versager", dachte er, "kein Gläubiger wird jemals in diese stockfinstere Kirche kommen, und ich fange allerlei Seelen". Er stampfte vor lauter Freude fest auf und zog ab. Zu spät bemerkte er, dass die Frauenkirche sehr wohl Fenster besitzt.

oder...

Im Bild: Messe in der Frauenkirche

Münchner Innenstadt

Quelle: dpa

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II. Der Baumeister Jörg Ganghofer akquirierte den Sparifankerl unter Zeitdruck für sein Team, um die Frauenkirche endlich fertig zu stellen. Im Tausch gegen die höllische Unterstützung versprach er seine Seele. Als der Teufel diesen Preis irgendwann einforderte, wies Ganghofer ihn mit der Begründung ab, er sei ein schlechter Mitarbeiter gewesen, da er die Fenster vergessen habe. Der Teufel blickte sich um, sah keine Fenster und stampfte vor lauter Wut fest auf und verschwand.

Der legendäre Fußabdruck befindet sich unter der Orgelempore - und von diesem Punkt aus konnte man zwischen 1620 und 1858 wirklich keine Fenster erkennen, weil sie durch einen gewaltigen Hochaltarverdeckt waren.

Bayerische Staatskanzlei in München, 2011

Quelle: Alessandra Schellnegger

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"Bayerischer Kreml" oder "Straußoleum"

Herrschaftlich thront die Bayerische Staatskanzlei im Münchner Hofgarten, man könnte leicht meinen, ein bauwütiger König hätte sie entwerfen lassen. Doch die Pläne für den mächtigen Bau gehen auf den damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß zurück.

Fast 30 Jahre stritt die Bayerische Staatsregierung mit der Stadt München um die Umsetzung. Als die Staatskanzlei 1993 vollendet wurde, hatten längst schon andere das Sagen. Zwar wurde das Gebäude mit seinen etwa 8800 Quadratmetern nur halb so groß wie geplant, doch manchen Reiseführern zufolge ist die Staatskanzlei immerhin noch doppelt so groß wie das Weiße Haus. Kein Wunder, dass da Spitznamen wie "Bayerischer Kreml" oder "Straußoleum" entstanden sind.

Paul McCartney wird 70

Quelle: dpa

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Pilzköpfe in der Manege

Bin ich hier im Tierpark? Wer im Winter die Münchner Marsstraße entlang läuft, hat sich das sicher schon einmal gefragt. Der Geruch von Streu und Mist hängt in der Luft, hin und wieder wiehert es irgendwo: Seit mehr als 90 Jahren zieht der größte Circus Europas hier in sein Winterquartier, dem Kronebau.

Der Aufwand ist stets gewaltig: Stallungen, ein eigenes Stromaggregat, die Circusschule, die Betriebsfeuerwehr, eine Mannschaftsküche auf Rädern, Büros und Werkstätten benötigen insgesamt 30.000 Quadratmeter.

Bevor es das Olympiastadion gab, war der Kronebau der größte überdachte Veranstaltungsort Münchens. Auch die Beatles (hier bei einem Konzert am 24.06.1966) und die Rolling Stones standen schon in der bunten Manege.

BIER VOM FASS

Quelle: DPA

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Blut statt Bier

Bleiben wir in der Gegend: Wo sich heute der Augustinerkeller befindet, war früher das miltärisch genutzte "Marsfeld" - und da ging es bis vor etwa150 Jahren noch blutig zu. 1861 fand hier die letzte öffentliche Hinrichtung statt, immerhin schon mit dem relativ modernen Fallbeil. Sechs Jahre zuvor ereignete sich nämlich eine besonders unschöne Enthauptung und der Scharfrichter sah sich veranlasst, neues Arbeitsgerät zu besorgen.

In der Münchner Stadtchronik heißt es, die letzte manuelle Köpfung habe "zu mehrer Übelkeiten unter dem Civil wie unter dem Militär" geführt. Denn der durchaus versierte Henker Mathias Schellerer benötigte sieben Schwerthiebe, um den verurteilten Raubmörder zu exekutieren. Nach diesem Ereignis führte die Stadt München umgehend das Fallbeil ein. Schellerer starb übrigens 1880 geistig umnachtet im Irrenhaus.

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Quelle: SZ

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Wer oder was ist Pina?

Das Trio gehört fest ins Münchner Stadtbild. Die alte und die neue Pina gibt es ja schon lange. Seit einigen Jahren haben wir nun auch die moderne Pina, also die Pinakothek der Moderne. Ob man die ehrwürdigen Museen mit so einer saloppen Abkürzung verunglimpfen darf, ist eine andere Frage. Wir finden: Kosenamen gehen immer!

"D'Schwuhplattler" beim Christopher Street Day, 2003

Quelle: DPA-ZB SPECIAL

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Tradition in Regenbogenfarben

Wie ein zünftiger Schuhplattler auszusehen hat, weiß fast jeder Bayer. Tanzen können ihn dagegen nur die wenigsten, etwa die "Schwuhplattler". Der Name hat seinen Ursprung in der sexuellen Orientierung der traditionsbewussten Herren, die seit 2001 das Brauchtum des reinen Schuhplattlers pflegen. Regelmäßig schlüpfen sie dafür in die Lederhosen. Um Verwirrungen zu entgehen, verzichtet das "Madl" beim Paartanz übrigens auf den Hut. "D'Schwuhplattler" ist der nach eigenen Angaben weltweit einzige schwule Schuhplattler-Verein.

"Motley Crue"

Quelle: AP

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Loyalität zum Münchner Bier

Tommy Lee, Vince Neil, Nikki Sixx und Mick Mars sind die Originalbesetzung der erfolgreichen Metal-Band Mötley Crüe, die auch schon live in München aufgetreten ist. Doch woher stammt eigentlich der Name, und warum stehen im Bandnamen Umlaute? Das hat man doch in der USA gar nicht!

Kurzer bier-historischer Rock-Exkurs: Das Lieblingsbier von Tommy Lee und Co. ist das Münchner Löwenbräu, so steht es in dem Buch "Absolut München - Das München-Sammelsurium" (Hirschkäfer Verlag). Als Loyalitätsbekundung gegenüber der Brauerei hat sich "Mottley Krew" kurz nach ihrer Gründung im Jahr 1981 zwei Umlaute in den Namen übernommen und sich in "Mötley Crüe" umbenannt. Noch mehr Rock'n' Roll für eine Biermarke?! Geht nicht.

Im Bild: Originalbesetzung von Mötley Crüe, 1997 in Hollywood;

Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Or

Quelle: WDR/Bavaria

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Tiefseebasis Königsplatz

Überirdischer Besuch in München: Die Serie Raumpatrouille Orion erreicht schon bei der Erstausstrahlung im September 1966 eine Traumquote und wird bald darauf zum Kult. Commander McAllister, gespielt von Dietmar Schönherr, befehligt den Raumkreuzer "Orion" und befindet sich im Krieg gegen die bösen "Frogs".

Gedreht wurde Raumpatrouille Orion von der Bavaria Film hauptsächlich in Bayern. Kurioseste Kulisse: Die Tiefseebasis 104 befindet sich mitten in München, und ist nichts anderes als der leergeräumte Königsplatz, der damals noch mit großen Granitplatten belegt war.

OCHSENKNECHT

Quelle: AP

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Der Schrecken beginnt in München

Die Legende von Graf Dracula ist die weltweit bekannteste Vampirgeschichte. Bram Stokers Schauerroman über den Blutsauger spielt zwar in Transsilvanien - doch in Wirklichkeit hat die Geschichte in München ihren Ausgangspunkt. Denn das Buch beginnt seit jeher mit den Worten: "Left Munich at 8:35 pm, on 1st May,...".

Das ursprüngliche Einstiegskapitel wurde später aber völlig gestrichen und zur Kurzgeschichte "Draculas Gast" umgeschrieben. Darin steigt der Romanheld Jonathan Herker im Hotel Vier Jahreszeiten ab und unternimmt in der Walpurgisnacht eine verhängnisvolle Kutschenfahrt durch München, ehe er schließlich in Transsilvanien landet. Warum sich Bram Stoker ausgerechnet München ausgesucht hat, um seine Schreckensgeschichte beginnen zu lassen, ist bis heute unklar.

Im Bild: Uwe Ochsenknecht als Graf Dracula 1998; Quelle: "Absolut München - Das München-Sammelsurium" (Hirschkäfer Verlag)

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Quelle: Claus Schunk

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Vom Kerl zum Kindl

Blond, strahlend und weiblich: Einen so netten Eindruck hat das Münchner Kindl nicht schon immer gemacht - denn eigentlich ist die Figur gar kein Kind, und erst recht keine Frau - sondern ein Kerl.

Genauer: Ein nach rechts blickender Mönch mit goldgeränderter schwarzer Kutte und roten Schuhen, dem die künstlerische Freiheit über die Jahrhunderte den Phallus abgesprochen hat. Bis in die 1920er Jahre wurde das Münchner Kindl durch die verschiedensten Künstler immer stärker verkindlicht, und wandelte sich irgendwann vom Buben zum Madl.

Gut für Pumuckl-Schöpferin Ellis Kaut: Die hatte 1938 die Ehre, den Einzug der Wiesnwirte in der Rolle des Münchner Kindls anzuführen. Bis heute gilt das Münchner Kindl als Wiesn-Botschafterin.

Im Bild: Stefanie Krätz als Münchner Kindl 2007;

Gandalf-Darsteller Sir Ian McKellen wird 70

Quelle: A3322 dpa-Film Warner/dpa

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Druiden-Treff

München ist Gründungsstadt der internationalen "Druiden-Loge". Im Jahr 1983 feierten die Münchner Druiden ihr 100-jähriges Bestehen im "deutschen Druidenort" und 1908 wurde hier sogar die "internationale Großloge" gegründet.

In den Druiden - einst geistige Führungsschicht der Kelten - sahen die Ordensgründer Wissenschaft, Kunst, Weisheit und Naturverbundenheit verkörpert. Bei den Neuzeit-Druiden handelt es sich also nicht um mysteriöse Bruderschaften. Nur im Brockhaus von 1895 sind die Druiden tatsächlich als Geheimloge verzeichnet.

Haben Sie auch unnützes Wissen über München? Dann schicken Sie eine Mail an muenchen@sueddeutsche.de

© Süddeutsche.de/infu/wib
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