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Uni-Atlas:Wohnungsmarkt für Studenten: So schlecht wie sein Ruf

Student auf Wohnungssuche, 2007

Die Pinnwand ist gespickt mit Wohnungsgesuchen.

(Foto: Robert Haas)

Selbst in Garching sieht es bei Preisen von 500 Euro für ein WG-Zimmer nicht besser aus. Doch Studenten der TU München bieten sich ein paar Alternativen.

Es existieren zu wenige Wohnungen, und diejenigen, die es gibt, sind teuer: Der Münchner Wohnungsmarkt hat einen üblen Ruf, und der ist auch berechtigt. Doch wer an der Technischen Universität zum Beispiel Physik, Chemie oder Informatik in Garching oder Brauwesen, Agrar- oder Umweltwissenschaften in Weihenstephan studiert, dem bieten sich Alternativen.

In Garching sind die Verhältnisse allerdings nur zum Teil besser. In der Stadt leben zwar etwa 90 Mal weniger Menschen als in München, aber sie wächst. Wohnraum ist hier ebenfalls knapp, die Preise steigen. 400 bis 500 Euro Kaltmiete für ein kleines WG-Zimmer sind auch in Garching längst normal; ähnlich sind die Preise für Zimmer in privaten Wohnheimen.

Günstiger ist das Münchner Studentenwerk, das zwei Wohnanlagen im Norden der Stadt, also gelegen in Richtung Forschungscampus, betreibt. Ein Einzelzimmer in einer WG kostete hier im Frühjahr 2016 warm bis zu 287,80 Euro. Allerdings herrscht großer Andrang: Wer sich bewirbt, muss mit einer Wartezeit von zwei bis drei Semestern rechnen. Für die insgesamt 222 Wohnheimplätze standen im Mai 747 Studenten auf der Warteliste. Das Studentenwerk empfiehlt künftigen Studierenden dennoch, sich zu bewerben. Die Fluktuation sei hoch, heißt es, und gerade Studenten, die bereits länger - also recht weit vorne - auf den Wartelisten stehen, hätten oft bereits eine andere Wohnung gefunden.

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Im Vergleich dazu muten die Verhältnisse in Weihenstephan geradezu paradiesisch an. Der private Wohnungsmarkt ist zwar auch in Freising schwierig; der Flughafen und nicht zuletzt die Universität treiben die Preise nach oben. Das Studentenwerk aber betreibt im Stadtteil Weihenstephan vier Wohnanlagen mit insgesamt 955 Plätzen, in denen die Preise ähnlich sind wie in Garching, in denen die Wartezeit aber nur bei einem bis zwei Semestern liegt. Die Zahl der Bewerber lag Ende April bei nur 156 Studenten. Und in den nächsten Jahren sollen in einem Neubau mehr als 100 weitere Wohnheimplätze entstehen.

Ein Ventil für den Münchner Wohnungsmarkt ist Weihenstephan jedoch nicht: Bewerben darf sich hier nur, wer wirklich in Freising studiert. Schummeln ist schwierig: Das Studentenwerk kontrolliert den Studienort anhand der Immatrikulationsbescheinigungen, die alle Bewerber vorlegen müssen.

Für die Studenten, die im Wohnheim keine Bleibe finden, vermittelt das Studentenwerk Privatzimmer. Wie oft das klappt, weiß die Einrichtung nicht: Sie erfasst keine tatsächlichen Mietvertragsabschlüsse und kassiert auch keine Vermittlungsgebühr. Wohnungen aber sind hier immer gesucht.