Das Erbe von Väterchen Timofej

Der Orthodoxe Tomofej Wassiljewitsch Prochorow wurde 1943 in den Wirren des Krieges aus Russland vertrieben und strandete 1952 in München. Er war überzeugt, dass die Gottesmutter ihm in einer Feuersäule erschienen war und ihn nach München geschickt hatte. Im Olympiapark errichtete der Einsiedler gemeinsam mit seiner Freundin Natascha zwei Kapellen und zwei Wohnhäuser. Da es Schwarzbauten waren, war die Anlage immer wieder vom Abriss bedroht. Doch heute bemüht sich die Stadt, sie zu erhalten - auch sechs Jahre nach Timofejs Tod. Sergey Kokasin (auf dem Foto) und Alexander Penkowski kümmern sich um die Anlage. Timofejs Wohnhaus ist als Museum umgestaltet worden: Dort finden sich vor allem Bilder und Briefe von dem Eremiten. Zudem kann man die von Tomofej erbaute Ost-West-Friedenskirche besichtigen.

Ost-West-Friedenskirche, Spiridon-Louis-Ring 100, Oberwiesenfeld. Geöffnet täglich von 10 bis 16 Uhr.

Bild: Robert Haas 13. Oktober 2010, 14:192010-10-13 14:19:58 © sueddeutsche.de