bedeckt München 24°

Umzug:Was auf dem dann freien Gelände entstehen soll

Die Deutschland-Zentrale von InBev in Bremen äußert sich noch zurückhaltender. "Wir sind ganz am Anfang dieses Prozesses und können noch keine Details nennen", sagt Sprecherin Claudia Hauschild. "Einen geplanten Abriss von Löwenbräu können wir nicht bestätigen." Man überlege seit Langem, wie man den Standort optimal nutzen könne. "Das ist jetzt gerade eine intensivere Phase des Überlegens", so die Sprecherin.

Der Pachtvertrag des Braukonzerns mit der Sedlmayr Grund und Immobilien für die beiden Grundstücke läuft regulär bis zum Jahr 2034. Allerdings verzehnfacht sich vom kommenden Jahr an die Pacht. Deshalb sind die Überlegungen, was danach mit dem Areal geschehen soll, nicht neu. Ein ursprünglicher Plan sah vor, dass die Brauereien bis 2018 das Areal komplett verlassen und aus München fortziehen. Das sei aber vom Tisch, sagt Kayser-Eichberg.

Löwenbräu (blau) könnte nebenan zu Spaten ziehen (rot). Der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz (links unten) bliebe natürlich.

(Foto: Google Maps, Bearbeitung: SZ)

Setzte man das neue Vorhaben um, könne InBev ein Drittel der Kosten sparen. Er selbst wolle auf dem dann frei gewordenen Gelände Mietwohnungen bauen, keine Eigentumswohnungen. Der Unternehmer rechnet damit, dass Umzug, Abriss und Neubau etwa zehn Jahre in Anspruch nähmen. Allerdings müssen erst noch die Europazentrale und der Hauptsitz von InBev in New York zustimmen.

Jobst Kayser-Eichberg hielt bis 2003 die Mehrheit an der Spaten-Löwenbräu-Gruppe und ist heute noch Aufsichtsratschef von Löwenbräu. Er hatte die Gruppe 1997 über einen Aktientausch erworben, im Jahr 2003 wurde sie von der belgischen Interbrew-Gruppe übernommen. Bei der Übernahme wurden alle noch verbliebenen Spaten-Immobilien aus der Gruppe herausgelöst und unter anderem in die Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA überführt; sie besitzt heute etwa 300 Immobilien allein in München.

Im Jahr 2004 schlossen sich die brasilianische AmBev und Interbrew zu Anheuser Busch InBev zusammen, heute die weltgrößte Brauereigruppe. Für sie ist Löwenbräu, vor 100 Jahren noch Deutschlands größter Bierproduzent, nur eine kleine lokale Brauerei.

Gastronomie "Wir möchten ein bissl das Land in die Stadt reinbringen"

Gastronomie

"Wir möchten ein bissl das Land in die Stadt reinbringen"

Vor Kurzem waren hier noch eine Shisha-Bar und ein Friseur - jetzt gärt das Bier: In der Schillerstraße gibt es jetzt eine Kleinbrauerei mit Wirtshaus.   Von Franz Kotteder