Umgestaltung der Isar Münchens neuer Isar-Park

Im Rahmen der Umgestaltung der Isar könnte die Ludwigsbrücke bald verkehrsberuhigt sein und Fußgängern und Radfahrern deutlich mehr Platz bieten.

(Foto: Andreas Gregor)
  • Weite Teile der innerstädtischen Isarufer und der Inseln sollen in den kommenden Jahren neu gestaltet werden.
  • Im Rahmen der Sanierung soll etwa die Grünanlage um den Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke völlig umgestaltet werden.
  • Zudem könnte München ein Café auf einer neu zu schaffenden Plattform über der Isar bekommen. Auch eine Studie über ein mögliches Flussbad ist fertig.
Von Thomas Anlauf

BW 13/6/20G bröckelt, Teile der Ufermauer sind bereits weggebrochen. BW 13/6/20G heißt ein Teil des acht Kilometer langen Bauwerks, das seit 150 Jahren München vor den Hochwassern der Isar schützen soll. Doch längst wölbt und senkt sich der Uferbereich entlang des westlichen Isarufers, Büsche und Gräser wachsen aus den Rissen. "Dass etwas getan werden muss, wissen wir alle", sagt Dagmar Rümenapf vom zuständigen Baureferat. Deshalb wurden sämtliche Ufermauern und Brücken schon vor zwei Jahren einer intensiven Prüfung unterzogen und teilweise ausgebessert. Doch eine grundlegende Sanierung steht erst jetzt an: Weite Teile der innerstädtischen Isarufer und der Inseln sollen in den kommenden Jahren neu gestaltet werden.

Der Stadtrat hatte vor drei Jahren ein dickes Paket geschnürt, mit dem die Isar die Stadt nicht mehr in zwei Teile trennt, sondern wieder zum Aufenthaltsort für die Münchner werden soll. Seither untersuchen das Planungs-, das Bau- und das Umweltreferat, ob und wie die Wünsche der Stadträte umgesetzt werden können. Im Herbst soll endlich, zwei Jahre später als geplant, ein konkretes Konzept vorgelegt werden, was sich zwischen Reichenbach- und Maximiliansbrücke verändern könnte. Fest steht: Die Grünanlage um den Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke soll völlig umgestaltet werden.

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Ein vom Baureferat beauftragter Gutachter hat ein sogenanntes Parkpflegewerk für die nördliche Hälfte der Museumsinsel erstellt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der mit alten Linden bewachsene Park "in den Zustand von 1935" versetzt werden. Die Rede ist von einer "denkmalpflegerischen Zielebene". Das bedeutet, dass der Park von Büschen und Bäumen teilweise befreit werden soll. Wörtlich heißt es in dem Gutachten: "vollständige Neupflanzung aus Krim-Linden" und "vollständige Neupflanzung der Einfassungshecken aus Kornelkirsche". Die neu gepflanzten Bäume und Hecken sollen jährlich zurechtgeschnitten werden, um der Anlage einen Gartencharakter nach Vorbild französischer Parks zu geben. Tatsächlich war der Vater-Rhein-Brunnen Anfang der Dreißigerjahre ein sonnenbeschienener Platz mit kleinen Bäumen als Umrahmung.

Noch wird das Gutachten weitgehend unter Verschluss gehalten, nur Teilnehmer der sogenannten Flussrunde mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung, einigen Mitgliedern der Bezirksausschüsse sowie einige Vertreter von Vereinen können sich ein Bild von den Fortschritten zum innerstädtischen Isarplan machen. Am Donnerstag hat deshalb die Grünen-Fraktion im Stadtrat gefordert, "fast eineinhalb Jahre nach Ablauf der vorgesehenen Frist" endlich über die Pläne informiert zu werden. Auf SZ-Anfrage geben die beteiligten Referate keine detaillierten Informationen heraus. Dabei sind die Untersuchungen für eine grundlegende Neugestaltung des innerstädtischen Isarraums so gut wie abgeschlossen.

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(Foto: Robert Haas)

Das Planungsreferat hat seit vergangenem September untersucht, wie der Verkehr an der Isar neu geregelt werden könnte. Betroffen sein könnte die sogenannte Isarparallele am Westufer zwischen der Kapuzinerstraße im Süden bis zur Maximilianstraße. Denn eine der Stadtratsforderungen war, die Verkehrstrasse zurückzubauen und einen Isarboulevard zu schaffen - mit weniger Fahrspuren und dafür mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger in einem breiten Grünstreifen. Noch weitreichender sind die Pläne, die Ludwigsbrücke als Aufenthaltsort für die Münchner zu gestalten. Auf Antrag der Grünen hatte der Stadtrat beschlossen zu untersuchen, ob auf der Ludwigsbrücke nur noch eine Fahrspur je Richtung möglich wäre, das gesamte weitere Vorfeld des Forums der Technik bis hin zum Vater-Rhein-Brunnen würde demnach verkehrsfrei gehalten werden.

Das hätte natürlich weitreichende Folgen für den Autoverkehr auf der gesamten Rosenheimer und Zweibrückenstraße, wenn die Ludwigsbrücke zum Nadelöhr würde. Die meisten der derzeit 18 000 Fahrzeuge täglich müssten dann auf andere Brücken oder gleich auf den Mittleren Ring ausweichen. Dass die Pläne konkret werden, belegt auch ein Zeitplan des Planungsreferats, der der SZ vorliegt, wonach bereits im kommenden Jahr mit der Sanierung der Trambahngleise auf der Brücke begonnen werden soll.

Café, Bad und Terrassen an der Isar

Untersucht wurde auch, wie künftig Fußgänger besser von der Praterinsel auf die Schwindinsel nördlich der Maximilianbrücke gelangen können, auch ein Weg über eine kleine Brücke entlang der Kleinen Isar wurde geprüft sowie ein barrierefreier Zugang zur Isar an der Reichenbachbrücke. Eine Machbarkeitsstudie für ein Café auf einer neu zu schaffenden Plattform über der Isar soll noch in diesem Jahr fertiggestellt sein. Die Studie für ein mögliches Flussbad ist bereits fertig. Ob es denn kommen kann, hängt wiederum vom Verkehrsgutachten des Planungsreferats zusammen. Das gilt genauso für die vom Stadtrat gewünschten Flussterrassen am Westufer der Isar. Sie könnten auf Höhe des Europäischen Patentamts entstehen und sogar schon relativ bald gebaut werden.

Doch das hängt davon ab, wann das Baureferat mit der Sanierung und Neugestaltung der maroden Ufermauern beginnt. Bis dahin bröckelt das alte Gemäuer weiter.

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