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Umfragen:Gesundheits-Detektive

Neues Projekt: Stadt stellt Fragen zu Ernährung und Bewegung

Menschen, die im Hasenbergl oder in Ramersdorf wohnen, könnten demnächst ein paar Fragen gestellt bekommen: Wie sie es mit der Ernährung halten. Oder wie oft sie sich bewegen. Und was ihnen dabei helfen könnte, gesund zu bleiben oder gesund zu werden. Zur Entwarnung: Soweit bekannt, stehen in diesen Stadtteilen keine größeren Anwerbeaktionen von Fitnessstudios oder Wundertrankhändlern bevor. Es sind vielmehr Mitarbeiter des Gesundheitsreferats, die in den nächsten Monaten in vier Bezirken herausfinden wollen, wie man Münchnern helfen kann, "gesund vor Ort" zu leben. Unter diesem Motto steht ein Projekt, für das die Stadt und die AOK Bayern vier Jahre lang insgesamt 2,6 Millionen Euro bereitstellen. 2,3 Millionen davon kommen von der AOK, die wie alle gesetzlichen Krankenkassen seit 2016 qua Gesetz den Auftrag hat, sich für Gesundheitsprojekte in den Kommunen zu engagieren.

Den Betreibern des Projekts "München - gesund vor Ort" ist es wichtig, die Menschen nicht einfach mit gut gemeinten Kursen und Broschüren zu beglücken. "Wir wollen ermitteln, was den Leuten bei dem Thema wirklich wichtig ist und so eine möglichst hohe Akzeptanz und Beteiligung erreichen", sagt Fritz Büchler, Bereichsleiter Marketing und Gesundheitsförderung bei der AOK-Direktion München. Diese "Bedarfsermittlung" geht nun los und soll ein halbes Jahr dauern. Danach soll festgelegt werden, welche Angebote das Projekt den Bürgern macht.

Ein Teil der Ermittlungsarbeit werden Straßenumfragen sein. Die Mitarbeiter werden aber auch Experten interviewen und Statistiken der Stadt auswerten. Zudem werden sie natürlich auch schauen, welche Angebote es schon gibt.

Grundlage dafür ist ein Stadtratsbeschluss aus dem November 2017, der quasi der Startschuss war. Das Projekt folgt den vom Bundesgesundheitsministerium vorgegebenen nationalen Zielen "Gesund aufwachsen" und "Gesund älter werden". Die vier Stadtbezirke Feldmoching-Hasenbergl, Moosach, Ramersdorf-Perlach und Trudering-Riem sind dabei, weil dort "ein besonderer Handlungsbedarf identifiziert wurde", wie es in der Stadtratsvorlage heißt. Es gehe darum, "Gesundheitsförderung in die verschiedenen Lebenswelten" zu tragen, mit besonderem Schwerpunkt auf Bewegung und Ernährung. Es soll aber auch um psychische Gesundheit, Entspannung und die Prävention von Alkohol- und Nikotinmissbrauch gehen. Man wolle "niedrigschwellige Angebote und Zugangsmöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen" schaffen. Jeder der vier Bezirke bekommt dann ein "Stadtteilgesundheitsmanagement", das die Aktionen des Projekts koordiniert. Mittelfristig sollen die Erkenntnisse auch auf andere Teile der Stadt übertragen werden.

Es hat ein bisschen gedauert, bis das Gesundheitsreferat das Personal zusammengestellt hatte. Aber inzwischen ist es bei der Arbeit. Bis Februar soll dann klar sein, wie der Bedarf der Menschen ist. Daraufhin werden die Betreiber des Projekts entscheiden, wie genau das Programm von "München - gesund vor Ort" aussehen soll.