Umfrage unter Münchnern Wie ist das München-Bild?

Die neu gewonnenen Erkenntnisse, so berichtet Thorsten Vogel vom Planungsreferat, "fließen ins Verwaltungshandeln der städtischen Referate ein". Gerade die Fragen nach der Wohnsituation berührten einen "zentralen Punkt" - zumal es nicht nur um nackte Daten geht, sondern auch um Stimmungsbilder sowie eine Erwartungshaltung für die Zukunft. Aber natürlich lässt sich auch herauslesen, wo besonders viele Kinder wohnen, wie viele Quadratmeter jedem Bewohner zur Verfügung stehen und ob die Zahl der Kindertagesstätten und Spielplätze ausreichend ist.

Da aus der Differenz zwischen Haushalts-Nettoeinkommen und Miete plus Nebenkosten schnell klar wird, wie viel Geld fürs tägliche Leben übrig bleibt, verwendet das Sozialreferat die Ergebnisse für den Armutsbericht. Das ist für einige sonst nur schwer ermittelbare Fakten wichtig, berichtet Behördensprecher Fabian Riedl. Einmal, um die Zahl derer herauszufinden, die zwar Hartz-IV-berechtigt sind, aber keinen Antrag gestellt haben. Und um zu erfahren, wie viele Münchner ganz knapp oberhalb der offiziellen Armutsgrenze einzustufen sind.

Auch Politiker werden sich mit Interesse auf die für Herbst erwartete Auswertung stürzen. Enthält sie doch diverse Fingerzeige, was den Münchnern gut gefällt und wo es ganz gewaltig hapert. So kann man ankreuzen, ob man mit den Einkaufsmöglichkeiten, dem Kultur- und Sportangebot, der Grünversorgung oder der Volkshochschule zufrieden ist. Und ob man im eigenen Stadtvierteln unbedingt den Lärmpegel absenken möchte - den der Autos und Kneipen oder vielleicht auch den der Kinder.

Besonders spannend ist ein Themenkomplex, in dem die Bürger selbst auswählen können, für welche Angebote der Stadt mehr und für welche weniger Geld ausgegeben werden sollte. Und natürlich die Frage, welches München-Bild zutrifft: modern, tolerant, traditionsbewusst, international? Oder das genaue Gegenteil.