Süddeutsche Zeitung

Umbauarbeiten am Kolumbusplatz:Wenn eine Weiche weichen muss

In den Osterferien werden am U-Bahnhof Kolumbusplatz in München Gleise erneuert. Die MVG kündigt erhebliche Behinderungen auf den Linien U1 und U2 an - und einen umständlichen Ersatzverkehr.

Im Frühjahr 2011 mussten die Fahrgäste auf den Linien U 3 und U 6 mehrere Tage lang auf Busse ausweichen, weil zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz eine in die Jahre gekommene Weiche ausgetauscht werden musste. Eine ähnlich aufwendige Baustelle plant die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nun wieder während der Osterferien - dann allerdings auf den Linien U 1 und U 2. Anders als im Jahr 2011 gibt es diesmal allerdings einen etwas umständlichen Ersatzverkehr - je nach Tageszeit fahren die Bahnen anders. Vor allem in den Nachtstunden und am frühen Morgen wird es knifflig.

Was genau wird gebaut?

Die Ingenieure wollen eine altersschwache, etwa 35 Jahre alte Weiche austauschen. Diese liegt an der Einmündung des U-1-Südasts in die Stammstrecke von U 1/U 2 am Kolumbusplatz. Die Stelle ist für MVG-Ingenieure ein "neuralgischer Punkt" im Netz. Arbeiter werden zunächst die alte Weiche in Einzelteile zerlegen und auf Waggons abtransportieren; anschließend bauen sie die neue Weiche, die aus insgesamt 90 Einzelteilen besteht, ein. Zuvor wird noch der Schotter ausgetauscht.

Wie lange dauert das Ganze?

Los gehen die Arbeiten am Sonntagabend, 13. April, gegen 22 Uhr. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten knapp 14 Tage später, am 26.April, um 4 Uhr in der Früh beendet sein. Das Ganze zieht sich so lange, weil "ausschließlich nachts gearbeitet wird", erläutert ein MVG-Sprecher. So sollen die Behinderungen für die Passagiere möglichst gering gehalten werden.

Welche Behinderungen wird es geben?

Das ist unterschiedlich - abhängig von der jeweiligen Tageszeit, zu der man unterwegs ist. Die geringsten Einschnitte wird es von Montag bis Samstag tagsüber geben, außerhalb des morgendlichen Berufsverkehrs. Da wird die U 1 geteilt: Von Norden kommend fahren die U-1-Bahnen bis zum Kolumbusplatz und dann weiter auf der U-2-Trasse nach Giesing - schließlich können sie am Kolumbusplatz nicht über die Weiche in den Tunnel Richtung Mangfallplatz einbiegen. Fahrgäste müssen am Kolumbusplatz aus- und umsteigen. Denn auf dem Südast pendeln die Züge zwischen Mangfallplatz und Kolumbusplatz. Laut MVG verlängert sich die Reisezeit dadurch um etwa zehn Minuten. Die U 2 verkehrt in dieser Zeit weitgehend regulär.

Was gilt in der Früh?

Im morgendlichen Berufsverkehr wird es schon kniffliger: Da fährt die U 1 von Norden kommend nur bis zum Sendlinger Tor; im Süden pendeln die Bahnen weiter zwischen Mangfallplatz und Kolumbusplatz. Zwischen Sendlinger Tor und Kolumbusplatz fahren nur noch Züge der Linien U 2 und U 7. Auch da sind die Fahrgäste laut MVG zehn Minuten länger unterwegs.

Wann wird es richtig herausfordernd für die Fahrgäste?

Abends nach 22 Uhr sowie an den Wochenenden in den Morgenstunden. Denn dann rollen die Züge der U 1 aus Norden kommend nur noch bis zum Hauptbahnhof und nicht mehr bis zum Sendlinger Tor. Laut MVG reichen die Wendekapazitäten am Sendlinger Tor nicht aus, um das alles dort abzuwickeln. Die Fahrgäste müssen zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz auf die U 2 ausweichen . Die aber fährt dann zwischen Sendlinger Tor und Giesing nur noch alle 20 Minuten - und wird am Sendlinger Tor auch noch "gebrochen", wie die Planer das nennen . Das heißt: Die Kunden müssen aus dem einen Zug aus- und in einen anderen Zug derselben Linie umsteigen. Unterm Strich sind sie so bis zu 30 Minuten länger unterwegs, warnt die MVG und bittet die Nutzer, "sich rechtzeitig darauf einzustellen".

Auf welche anderen Linien kann man während der Bauzeit ausweichen?

Großräumig können Fahrgäste das Ganze zum Beispiel mit der Linie U 5 umfahren, die zwischen Hauptbahnhof und Innsbrucker Ring eine parallele Ausweichmöglichkeit im Norden bietet. Außerdem haben die MVG-Planer zugesichert, abends sowie an den Wochenenden in den Morgenstunden auf der Tramlinie 17 im Abschnitt zwischen der Endstation an der Schwanseestraße und dem Sendlinger Tor zusätzliche Trambahnzüge einzusetzen. Außerdem sollen auf der Buslinie 58 zusätzliche Fahrzeuge rollen, um weitere Passagiere beispielsweise zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz aufnehmen zu können.

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SZ vom 08.04.2014/lime
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