Ein Full House beim Pokern ist kein schlechtes Blatt, um es mal mit etwas Understatement auszudrücken. Nichts weniger als ein Full House wollten auch Mon Muellerschoen von der Online-Plattform Wunderkunst und Peter Hansen, Gründer der Initiative Max33 und Vorsitzender des Fördervereins der Villa Stuck, bei ihrem Charity-Event zugunsten der Ukraine. Gemeinsam mit der Kunsthändlerin Kateryna Vozianova aus Kiew hatten sie eine Pop-up-Ausstellung in den ehemaligen Räumen eines Klavierfachgeschäfts im Lehel organisiert. Zusammen mit der zeitgenössischen Kunst aus Kiew wurden auch Arbeiten von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus München zum Verkauf angeboten.
Vielleicht auch schon um deutlich zu machen, worum es ging, begrüßte ein großes Porträt des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij von Suse Kohler die Vernissagegäste. Die stießen in den weiten, von den Immobilien-Investoren Legat kostenlos zur Verfügung gestellten Räumen nicht nur auf die Bilder aufstrebender deutscher und weithin unbekannter ukrainischer Künstlerinnen und Künstler, sondern auch auf Arbeiten einiger arrivierter Zeitgenossen, die ihre Werke für den guten Zweck zur Verfügung stellten und die Verkaufserlöse zu einem guten Teil spendeten.
Mindestens 50, mitunter sogar 100 Prozent Einnahmen gingen an zwei Hilfsorganisation in der Ukraine: eine, die Mütter und Kinder in Not, eine andere, die notleidende ukrainische Künstler unterstützt. Sowohl Münchens Kulturreferent Anton Biebl wie auch der Generalkonsul der Ukraine in München Yarmilko Yuriy waren für den guten Zweck werbend an die Seite der drei Ausstellungsmacher geeilt, die pro bono arbeiteten und auch sonst jede Menge Sponsoren gewonnen hatten, um eine illustre Vernissage zu garantieren, die auf gute Verkäufe hoffen ließ.
Das waren diese dann auch. Dass es so gut lief, war vielleicht nicht nur den oft hoch interessanten Kunstwerken geschuldet, sondern auch der zu Herzen gehenden Fluchtgeschichte der ukrainischen Kunsthändlerin. Diese hatte die ersten Arbeiten aus ihrer Galerie gleichsam unterem Arm aus dem Land, weitere zusammengerollt in Abwasserrohren aus Plastik über die Grenze gebracht. Am Ende wurden 21 der Kunstwerke verkauft, so dass knapp 30 000 Euro an die ukrainischen Hilfsorganisationen überwiesen werden konnten. Das ist für einen "Schnellschuss", wie Mon Muellerschoen die nur wenige Tage währende Pop-up-Ausstellung "Full House Art" in leicht kriegsrhethorischer Anlehnung kommentierte, dann doch wirklich sehr schön.
