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München heute:Umstrittener Auftrag für Uhrmacherhäusl-Eigentümer / Wildapfel mitten in der Stadt entdeckt

Baulücke Uhrmacherhäusl, Obere Grasstraße 1 in Obergiesing

Obere Grasstraße 1 in Obergiesing: In zwei Anläufen wurde hier am 31. August und am 1. September 2017 ein mehr als 150 Jahre altes Handwerkerhaus illegal beseitigt.

(Foto: Florian Peljak)

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Eine einsame Sonnenblume hatten die Anwohner an dem Bauzaun vor den Trümmern des Hauses an der Grasstraße 1 befestigt - direkt neben einem DIN-A4-Blatt, auf das ein Kreuz gemalt wurde. Auf dem Straßenpflaster, vor dem Zaun, stand eine auf die Seite gekippte Obstkiste, oben drauf Grablichter. Als das denkmalgeschützte Haus in Giesing, das Uhrmacherhäusl, ohne Erlaubnis abgerissen wurde, war die Trauer groß. Und die Wut. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) versprach, "mit aller Härte gegen die Verantwortlichen vorzugehen". Gemeint war damit vor allem der Hauseigentümer Andreas S., der im Verdacht steht, einer Baufirma den Auftrag gegeben zu haben, das denkmalgeschützte Gebäude abzureißen. Ein Streitpunkt, der bis heute noch nicht abschließend vor Gericht geklärt ist.

Im Dialog mit der Bürgerinitiative Heimat Giesing versprach OB Reiter damals noch etwas: Die Firma von Andreas S., die RSS Rohrreinigungs-Service GmbH, soll in Zukunft nicht weiter von der Stadt beauftragt werden. Dieses Versprechen konnte offenbar nicht eingehalten werden: Aus Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, geht hervor, dass sich Andreas S. einen millionenschweren Auftrag der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag gesichert hatte.

In einem Schreiben vom 18. November 2019 teilte die Gewofag mit, dass sie beabsichtige, den Vertrag mit der Firma von Andreas S. zu schließen. Erst am vergangenen Freitag, mehr als zwei Monate später, habe er davon erfahren, sagt OB Reiter. Von meinem Kollegen Hubert Grundner heute Montag darauf angesprochen, sagt der OB: "Ich kann es kaum glauben, dass so etwas möglich ist. In jedem Fall werde ich die Gewofag beauftragen, den Vertrag schnellstmöglich zu kündigen." Dieser Weisung ist die Gewofag bereits nachgekommen, teilt eine Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft mit. Eine Stellungnahme von Andreas S. zu den aktuellen Vorgängen blieb bis jetzt aus.

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