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Übertragung der Bundesliga wird teurer:Die Zeche zahlen die Wirte - oder die Gäste

Sky ist mittlerweile Monopolist bei der Übertragung von Bundesligaspielen. Das Angebot "Liga total!" ist Ende der vergangenen Saison eingestellt worden, weil die Telekom die Rechte an der Ausstrahlung verloren hat. Die neue Monopolstellung hat sich Sky einiges kosten lassen. 486 Millionen Euro zahlt der Sender pro Saison für die Übertragungsrechte, doppelt so viel wie bisher. Die Zeche, so klagen die Wirte, sollen nun sie zahlen. Beziehungsweise die Gäste, wenn die Kneipen die Bierpreise erhöhen müssen.

Gerade kleine Kneipen tun sich besonders schwer, etwa das Giesinger Bistro A1 gegenüber dem Grünwalder Stadion. Der Wirt hat Zettel ausgelegt, dass ihn die "Preistreiberei" von Sky dazu zwinge, die Getränkepreise anzuheben. In der neuen Saison müsse er statt 256 fortan 470 Euro monatlich an den Bezahlsender entrichten. Deshalb koste ab sofort die Halbe Helle drei statt bisher 2,80 Euro.

Sky-Sprecherin Britta Krämer argumentiert, dass es mancherorts, etwa auf dem Land, auch zu Preissenkungen komme. Das neue Preissystem sei gerechter, findet sie. Aber sie gibt auch zu: "Der Trend zum gemeinsamen Fußballschauen ist klar zu erkennen." Und an diesem Trend will Sky mitverdienen. Verlierer sind auch die Vereinsheime wie das des Sportvereins München von 1880. "Statt bisher 215 sollen wir nun 415 Euro hinblättern, für uns ein Ding der Unmöglichkeit", sagt Geschäftsführer Holger Langebröker.

Das Sky-Abo hat der Verein jetzt abbestellt. Frank-Ulrich John vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband rechnet damit, dass die große Kündigungswelle erst noch kommt. "Die Wirte schauen sich das erst mal an, aber wenn es sich nicht rechnet, werden viele das Abo streichen." Der Widerstand der Wirte gegen die neuen Preise sei massiv. Auch einige Münchner Großgastronomen überlegten sich derzeit, ob sich die Übertragung von Fußballspielen für sie noch rentiere.

Eine Kündigungswelle wäre jedenfalls nicht nur ein Schlag für Sky, sondern auch für die Münchner Fans, denn dann wird die Auswahl an Fußballkneipen bald deutlich kleiner sein.