Wer würde sich angesichts solchen Lobpreises nicht in höchstem Maße geschmeichelt fühlen? „Er übersetzt nicht nur Sprache, sondern auch Atmosphäre, Schmerz und Menschlichkeit“, sagt Kunstminister Markus Blume, als er Jan Schönherr Ende Juli ein Arbeitsstipendium des Freistaats verleiht, für seine kunstvolle Übersetzung des Romans „Julienne“ der ruandischen Schriftstellerin Scholastique Mukasonga aus dem Französischen. Und im Literaturhaus hallt bei dieser Feier auch die hochgestimmte Jurybegründung nach: Jan Schönherr zeige sich als „äußerst sensibler und genauer Übersetzer“, heißt es da, dessen Textversion eine „große Empathie“ anzumerken sei.
Der Übersetzer Jan Schönherr„Es ist ein Liebhaber-Beruf“
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„Leidenschaft oder (Selbst-)Ausbeutung? Auch eine Frage der Perspektive“, findet Jan Schönherr, der aus gleich vier Sprachen übersetzt.
Florian PeljakDas Übersetzen – eine brotlose Kunst, die angesichts künstlicher Intelligenz ohnehin bald ausstirbt? Spricht Jan Schönherr über die Gegenwart und Zukunft seines Berufs, entsteht ein differenziertes Bild.
Von Antje Weber
