Überraschende Kehrtwende Vinzenzmurr räumt Hygienemängel ein

Erst zog Vinzenzmurr vor Gericht, nun macht die Großmetzgerei eine Kehrtwende in der Hygienediskussion: Sie räumt nun Mängel ein - und akzeptiert die von der Stadt München verhängten Bußgelder.

Von Bernd Kastner

Kehrtwende in der Hygienediskussion bei Vinzenzmurr: Die Großmetzgerei räumt nun Mängel ein und akzeptiert die von der Stadt München verhängten Bußgelder. Dies hat die Geschäftsleitung des Familienunternehmens am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung erklärt.

Wie berichtet, hatten Experten des Kreisverwaltungsreferats nach einer Kontrolle von 24 Vinzenzmurr-Filialen im März 2011 Verstöße gegen Hygienevorschriften gerügt und im vergangenen August 29 Bußgelder gegen Verantwortliche verhängt. Die Metzgerei zog gegen die Bußgelder vor Gericht und wollte der Stadt auch verbieten lassen, die Öffentlichkeit in groben Zügen darüber zu informieren.

Nun vollzieht Geschäftsführer Markus Brandl eine 180-Grad-Wende. "Wir bedauern sehr, dass es zu Mängeln in einzelnen Filialen und Verstöße durch einzelne Mitarbeiter gekommen ist", räumt Brandl ein. Man habe die Hinweise des KVR bereits im vergangenen Jahr zum Anlass genommen "konsequent gegen zu steuern und unser Qualitätsmanagement an wichtigen Punkten weiter zu verbessern".

Man schule Mitarbeiter nun verstärkt und habe auch die bauliche und technische Ausstattung der beanstandeten Filialen verbessert. Das KVR habe das Hygienemanagement nach weiteren Kontrollen als "gut" bewertet. Brandl betont, dass die "Sicherheit" der Waren nicht betroffen gewesen sei.

Um Kunden nicht weiter zu verunsichern, habe man sich entschlossen, die von der Stadt verhängten Bußgelder, die zwischen 100 und 4800 Euro liegen, zu akzeptieren. Man wolle die gerichtlichen Auseinandersetzungen "insgesamt" beenden. Dies dürfte auch bedeuten, dass Vinzenmurr den Streit mit der Stadt um die Information der Öffentlichkeit beendet. In erster Instanz hatte das Unternehmen vor Gericht verloren.