Über den Tellerrand Grundversorgung mit Gyros

Griechische Restaurants wie das Opson im Westend bieten gehobene Küche.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die griechischen Restaurants in München haben einen Wandel durchgemacht - von Party-Lokalen um die Jahrtausendwende hin zur Küche der gehobenen Art.

Von Franz Kotteder

Spezialitätenrestaurants mit Kost aus fremden Ländern haben in der Regel die Aufgabe, dort verbrachte Urlaube wieder ins Gedächtnis zu rufen und die Erholungswirkung auf diese Weise aufrechtzuerhalten. Das klassische Beispiel dafür sind die griechischen Restaurants. Nach Griechenland fährt man ja nicht eben mal übers Wochenende, so wie zumindest der Münchner es mit dem Gardasee gerne mal hält. Nach Griechenland fliegt man wegen Sonne, Sand und Meer und damit verbundenen schönen Erlebnissen.

Pionierleistungen erbrachte da wohl der Filmklassiker "Alexis Sorbas" aus dem Jahr 1964 mit Anthony Quinn in der Hauptrolle. Spätestens seitdem verbindet der Deutsche Griechenland mit entspannter mediterraner Lebensweise und einem lohnenden Reiseziel. Die griechischen Lokale, die in den Siebzigerjahren in der Stadt eröffneten, vermittelten denn auch lässige Urlaubsstimmung. Auch wenn die ersten Wirte oft aus sehr ernsten Gründen nach Deutschland gekommen waren, auf der Flucht vor der Verfolgung durch die griechischen Militärjunta beispielsweise. Zu diesen ersten Tavernen zählte etwa das Kyklos in der Wilderich-Lang-Straße in Neuhausen oder das Anti in der Jahnstraße. Es folgten viele weitere. "Der Grieche", oft ein reiner Familienbetrieb, wurde zum festen Bestandteil des kulinarischen Lebens in den Münchner Stadtvierteln. Fast so wie einstmals der "Alte Wirt", den es ja auch inmitten der ehemaligen Dörfer gab, die später Stadtteile wurden.

Es folgten, so um die Jahrtausendwende, als neue Variante die "Party-Griechen". Ihre Aufgabe bestand darin, die Grundversorgung mit Doraden vom Grill, Souvlaki, Gyros und Schampus für vorwiegend junge Menschen sicherzustellen und die Grundschritte des Sirtaki zu vermitteln, was zugegebenermaßen keine allzu große Sache ist. Der "Party-Grieche" ist inzwischen etwas aus der Mode gekommen, vielleicht passt er nicht mehr zu den Spardiktaten, die den Griechen von der EU auferlegt wurden. Jetzt geht der Trend zur neuen griechischen Küche gehobener Art, wie man sie in München etwa im Ola kala (Schwabing), im Opson (Westend) oder im Apla'funky (Gärtnerplatzviertel) finden kann.

Europa ist nicht nur nüchterne Politik, sondern auch kulinarischer Genuss: Vor der Europawahl stellt die SZ in ihrer Serie die gastronomischen Vertreter der EU in München vor.