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Verkehr in München:Wo es neue U-Bahn-Linien geben könnte

Modernisiertes Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs in München, 2015

Das Zwischengeschoss im Hauptbahnhof ist schon neu gestaltet. Hier wie am Odeonsplatz sollen in Zukunft auch die U-Bahnhöfe modernisiert werden.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Die Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing wird aktuell schon umgesetzt, dort könnte der Bau schon 2021 beginnen.
  • Ein weiteres zentrales Vorhaben ist der Bau einer neuen Linie U9, die zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit verlaufen soll. Sie wird aber wohl nicht vor Ende der 2030er Jahre fertiggestellt werden.
  • Auch eine Erweiterung der U5 bis Freiham ist geplant - zwischen 2035 und 2040 soll diese Linie fertig sein.

Für Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist die Verkehrsplanung eines der zentralen Zukunftsthemen der Stadt. Vor einem Jahr haben SPD und CSU gemeinsam eine Nahverkehrsoffensive vorgestellt, für die die Stadt 5,5 Milliarden Euro ausgeben will. Jetzt hat das Planungsreferat eine Prioritätenliste zum U-Bahn-Ausbau vorgelegt, die am Mittwoch dem Stadtrat vorgestellt wird.

Bereits umgesetzt wird die Verlängerung der U-5-West vom Laimer Platz nach Pasing. Hier ist ein Baubeginn nach Einschätzung des Planungsreferats schon 2021 möglich, die Bauzeit soll zwischen sechs und acht Jahren liegen. Dann gibt es eine Reihe geplanter U-Bahn-Vorhaben, die noch lange nicht so weit sind. Ganz vorne auf der Liste steht der Neubau der U 9, die auf 10,5 Kilometern mit sieben Stationen zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit verlaufen soll. Laut vertieften Machbarkeitsstudien ist diese baulich realisierbar. Die Stadtwerke planen dabei, die U-Bahn-Stationen Impler- und Poccistraße zusammenzulegen. Weitere Stationen wären am Esperantoplatz direkt neben der Theresienwiese, am Hauptbahnhof, im Pinakothekenviertel, am Elisabethplatz, an der Münchner Freiheit und der Dietlindenstraße. Die U 9 wäre eine wichtige Entlastung der Linien U 3 und U 6.

Im Zuge des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke sollen bereits sogenannte Vorhaltemaßnahmen für eine U-Bahnstation am Hauptbahnhof erfolgen. Diese Maßnahmen sind am Mittwoch ebenfalls Thema im Stadtrat. Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Planungskosten von elf Millionen Euro, soll der Stadtrat weitere 15 Millionen Euro genehmigen, um in die Baugenehmigungsplanung für die Vorhaltemaßnahmen am Hauptbahnhof einzusteigen. Weil die Bahn schon dieses Jahr mit dem Bau ihrer neuen Station für die zweite S-Bahn-Stammstrecke (Wunschtermin für die Fertigstellung: 2026) beginnt, soll gleichzeitig die U-9-Station im Rohbau erstellt werden. Ein nachträglicher Neubau der U-Bahnstation mit sämtlichen Verknüpfungen an den Nah- und Fernverkehr wäre nicht mehr möglich.

Die Planung im Baugenehmigungsverfahren übernimmt die Bahn, unterstützt von den Stadtwerken. Zusätzlich soll die Bahn eine Machbarkeitsstudie für eine Bike-&-Ride-Anlage erstellen, die Kosten für die Studie sind in den Planungskosten bereits enthalten. Wie teuer der U-9-Rohbau tatsächlich wird, ist noch offen. Die Bahn schätzt die Kosten auf etwa 250 Millionen Euro, darüber muss der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt abstimmen. Nach ersten Schätzungen soll die U-9-Spange insgesamt etwa drei Milliarden Euro kosten.

Laut Planungsreferat entsprechen die Bedeutung und die Dimensionen der U 9 der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Die sei Basis für den weiteren Ausbau des U-Bahnnetzes, weil sie neue Kapazitäten und Spielräume für weitere Taktverdichtungen schaffen soll. Außerdem erhöhe die U 9 die Betriebsstabilität. Das größte Manko: Wann die Linie tatsächlich gebaut werden kann, ist noch offen, dann ist zudem mit einer Bauzeit von etwa zehn Jahren zu rechnen. Nach Einschätzung der Verwaltung ist eine Fertigstellung nicht vor Ende der 2030er Jahre zu erwarten.

Ebenfalls unter Priorität A ordnet die Stadt die Verlängerung der U 5 bis Freiham ein, wo ein Wohnquartier für mehr als 30 000 Menschen entsteht. Die Strecke wäre 4,5 Kilometer lang und hätte vier neue Bahnhöfe. Die Vorteile liegen laut Verwaltung auf der Hand: Fahrgäste kämen schneller voran als mit der Tram und der Betrieb verliefe auch stabiler. Heutige Kostenschätzung: 750 Millionen Euro. Und, auch das ein Manko, die U-Bahn wäre erst zwischen 2035 und 2040 fertig. Trotzdem schlägt das Baureferat vor, auch hier rechtzeitig vorbereitende Baumaßnahmen für die U-Bahn vorzunehmen, um spätere Eingriffe in die neue Straßeninfrastruktur zu vermeiden und so Kosten zu sparen. Bis die U-Bahn kommt, will die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) das Neubaugebiet mit Expressbussen erschließen.

Auch noch in die Kategorie A fällt die Ertüchtigung der innerstädtischen U-Bahnhöfe im Bestandsnetz. Am Odeonsplatz und Hauptbahnhof prognostiziert die MVG eine deutliche Zunahme der Fahrgastströme, einerseits bedingt durch die Verlängerung der U 5 und neue Umsteigemöglichkeiten zur U 9, andererseits durch das generelle Wachstum der Bevölkerung. Derzeit wird bereits der U-Bahnhof am Sendlinger Tor erweitert, vor dessen Fertigstellung im Jahr 2022 ist laut MVG nicht mit weiteren Großbaustellen an Stationen zu rechnen.

Zwei Maßnahmen sind in die Kategorie B eingeordnet, gelten also als längerfristige Projekte. Das wäre die Verlängerung der U-4-Ost bis Englschalking und möglicherweise bis zur Messestadt West und die U-26-Spange zwischen Am Hart und Kieferngarten.

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