In meinen ersten Stunden in Deutschland bekam ich Durst, was weniger mit diesem Land zu tun hatte als mit einem klassischen menschlichen Bedürfnis. Ich fragte einen Mann nach einem Wasserglas. Er lächelte freundlich, nahm ein Glas und zeigte auf den Wasserhahn. Da ich damals noch kein Deutsch sprach, verstand ich nicht, was er sagte. Ich wartete darauf, dass er eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank holen würde. Stattdessen meinte er das Wasser aus der Leitung.
SZ-Kolumne Typisch deutschNur nicht auf der Leitung stehen
Lesezeit: 2 Min.

Alltägliches Bild in deutschen Haushalten: Frisches Wasser aus der Leitung.
Monika Skolimowska/dpaSauberes, klares Wasser, das hinter einer Hauswand aus einem Metallhahn ins Glas strömt? Über die Entdeckung einer zunehmend bedrohten Selbstverständlichkeit.
Kolumne von Mutasem Al-Hetari
