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Twitter:"Alles klare Fiktion"

Anna Hanuschs Nachdreh zum Münchner Tatort

Das Münchner Baureferat ist selbstverständlich nicht in üble Mafia-Geschäfte verstrickt. Eine schöne, eine gute Nachricht, die zu verbreiten Anna Hanusch wichtig war. Hanusch ist Vorsitzende des Neuhauser Bezirksausschusses, Stadträtin und seit der Kommunalwahl 2020 eine der beiden Vorsitzenden der stärksten Fraktion im Stadtrat, der Grünen. Und sie ist ein Tatort-Fan, mit diesem Sonntag-Abend-Ritual großgeworden: "Und Münchner Tatort ist normalerweise schon Pflicht. Immer spannend zu schauen, welche Ecken man erkennt."

Zu "50 Jahre Tatort" gab es Ende November/Anfang Dezember die Doppelfolge "In der Familie", die von München nach Dortmund und wieder zurück nach München führte. Teil der Handlung: Wie die Mafia ihr Geld wäscht und wie sie in München große Bauprojekte (Riesenrad! Werksviertel!) kapert mithilfe des "Baudezernenten", den sie - als er unwillig wird - umbringen lässt und sich dann seinen Nachfolger greift.

Wie immer kommentierte ein Teil der Tatort-Fangemeinde auf Twitter, das beginnt noch vor dem Abspann des Films, in allerlei Varianten. Scherzend: Warum müssen immer Leitmayr und Batic so viel laufen, obwohl sie da eh keinen Bock drauf haben? Geografisch: Wo ist diese Brücke über den Wildbach? Verständnislos: Warum taucht der Vater jetzt bei der Mafia-Paten-Frau auf? Schauspielerisch: Tolle Leistung. Ganz ernsthaft: Gute Zeugen gegen die Mafia zu finden, ist so schwierig.

Und - sie tut es selten, sagt sie, aber in diesem Fall tat sie es - auch Anna Hanusch schickte einen Tweet, einen geradezu staatstragenden: "Es gibt in München übrigens kein Baudezernat, somit ist das alles klare Fiktion."

© SZ vom 02.01.2021 / son
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