Jeder Mensch redet sich gerne ein, dass alles machbar und dass ihm folglich auch alles möglich sei. Das ist eine schöne Illusion, die das Leben erträglicher macht. Auch wenn dann natürlich doch nicht alles klappt. Die Machbarkeitsdoktrin hat aber auch ein paar Nachteile. Einer davon war jetzt in der Isarphilharmonie zu bestaunen. Dort hatten Dirigent Tugan Sokhiev und die Münchner Philharmoniker die eineinhalbstündige letzte vollendete Sinfonie des vor 200 Jahren geborenen Anton Bruckner aufs Programm gesetzt und bewiesen, was solch ein Hochleistungsorchester und ein derart versierter Dirigent leisten können. Sie beweisen, dass das Unmachbare, dazu gehört sicherlich Bruckners kompositorisch kosmisches Denken, durchaus zu machen ist, wenn man nur will. Musiker und Musikerinnen wie Zuhörer und Zuhörerinnen müssen dafür nur ein wenig auf Bruckners absoluten, weit übers Musikalische hinausgehenden Anspruch verzichten.
Münchner Philharmoniker mit Tugan Sokhiev in der IsarphilharmonieAufs Machbare reduziert
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Hochleistungsorchester unter versiertem Dirigenten: Die Philharmoniker unter Tugan Sokhiev spielen Anton Bruckners Achte in der Isarphilharmonie.
Kritik von Reinhard J. Brembeck

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