UniversitätSpionage an der TU München? Ermittlungen gegen chinesische Studentin

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Eine chinesische Studententin wird verdächtigt, an der TU München spioniert zu haben. (Archivbild)
Eine chinesische Studententin wird verdächtigt, an der TU München spioniert zu haben. (Archivbild)
Sven Hoppe/dpa

Die Frau soll während ihres Studiums Dienstgeheimnisse weitergegeben haben. Der Verfassungsschutz warnt bereits vor der Spionagebereitschaft Chinas.

Von Katharina Haase

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Eine Studentin chinesischer Herkunft soll an der Technischen Universität München (TUM) Spionage betrieben haben. Hierzu laufen Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft, wie diese auf SZ-Anfrage bestätigte. Zuerst hatte das Recherchenetzwerk Correctiv über den Fall berichtet.

Wie eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, laufen gegen die Beschuldigte Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verletzung von Dienstgeheimnissen sowie einer Verletzung der besonderen Geheimhaltungspflicht, was allgemein auch als „Wirtschaftsspionage“ bezeichnet wird. Konkret beträfen die Ermittlungen einen Lehrstuhl der TUM, der sich mit Batterieforschung sowie der Erforschung erneuerbarer Energien befasst. Weitere Details zur Konkretisierung der Vorwürfe könnten aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens derzeit nicht gemacht werden, so die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft.

Das Vergehen liegt schon einige Zeit zurück. Wie ein Pressesprecher der TUM auf Anfrage mitteilte, laufen die Ermittlungen bereits seit 2023. Die TUM selbst habe keine Strafanzeige gestellt und sei erst von den Ermittlern über den Umfang des Vorgangs in Kenntnis gesetzt worden. „Wir haben natürlich ein großes Interesse an der Aufklärung des Falls und kooperieren vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden“, so der Sprecher. Es sei der erste bekannte Fall von möglicher Spionage an der TUM in den vergangenen fünf Jahren.

Offiziellen Angaben zufolge sind an der TUM derzeit 45 Prozent internationale Studierende eingeschrieben. Laut derzeitigem Ermittlungsstand gilt die Studentin als die einzige Beschuldigte. Es gebe keine Anhaltspunkte auf die Tatbeteiligung weiterer Personen, heißt es von der Generalstaatsanwaltschaft.

Dass China gezielt auch Studierende und Gastwissenschaftler zur Spionage an deutschen Universitäten anwirbt, wird auch in einem aktuellen Bericht des Bundesamts für Verfassungsschutz deutlich. Diese werden demnach mittels finanzieller Zuwendungen und akademischer oder beruflicher Aufstiegschancen in China, aber auch vertraglich festgelegter Verbindlichkeiten „zur Zusammenarbeit bewegt“.

China betreibe seit Jahren ein „umfassendes System des Technologie- und Know-how-Transfers“, dessen relevante Erkenntnisse auch dem chinesischen Militär und dem Rüstungssektor zugänglich gemacht werden dürften. Die wissenschaftlichen Kooperationen mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen seien dabei ein zentraler Aspekt. Der chinesische Staat, dem es dabei vor allem um seinen Ausbau zur Weltmacht gehe, profitiere auch von rechtlichen Grauzonen, einem mangelndem Risikobewusstsein sowie der in Deutschland verfassungsrechtlich garantierten akademischen Freiheit.

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