Über das Grünwalder Stadion wird unter hiesigen Fußball-Freunden gern diskutiert – da ist es bemerkenswert, wenn das Thema mal ohne jeden Wortbeitrag abgehandelt wird. So geschehen am Mittwochnachmittag im Sportausschuss des Münchner Stadtrats, als das Gremium einen Sachstandsbericht des Sportreferats zum Stadion lediglich zur Kenntnis nahm, ohne weitere Diskussion.
Damit verbunden ist dennoch eine positive Nachricht für die Fans des TSV 1860, von denen ein wesentlicher Teil das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße ja als sein eigen betrachtet – als Sechziger-Stadion eben. Die Stadt gewährt dem Verein und seiner Profifußball-Abteilung ein paar Monate Zeit für eine neue Machbarkeitsstudie, ob die Arena nicht doch großzügiger ausgebaut werden könnte als bisher geplant: Eine bundesligataugliche Erweiterung auf 25 000 Plätze schwebt den Verantwortlichen des derzeitigen Drittligisten vor.
„Letztlich ein Bekenntnis zum Erhalt des Stadions und der 60er in Giesing“, so interpretierte Beppo Brem, der sportpolitische Sprecher der Grünen, den Bericht. Auf dieses Bekenntnis hatte die Stadt jahrelang gewartet, und genauso lang hatten die Vereinsvertreter darum herumgedribbelt. Zwischenzeitlich träumten einige sogar von einer ganz neuen Arena für 50 o00 Menschen in Riem.
Das Stadion in Giesing ist aktuell für 15 000 Zuschauer zugelassen. Laut einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie ist nur eine Erweiterung auf maximal 18 105 Plätze möglich; für entsprechende Maßnahmen gibt es seit 2020 einen Bauvorbescheid. Nun darf das im Sommer neu gewählte 1860-Präsidium um Gernot Mang prüfen lassen, ob nicht doch mehr geht.
Aber die Zeit drängt, der zuständige Referent Florian Kraus wies in seinem Bericht ausdrücklich auf eine dringend notwendige Stadionsanierung hin. In welchem Ausmaß die geschehen soll – ob als Bestandspflege oder Ausbau –, müsse bis Ende 2026 entschieden werden, länger könne man das Vorhaben nicht mehr aufschieben: Planung und Umsetzung dauerten fünf bis sechs Jahre.
Da während der Bauphase kein Spielbetrieb im Grünwalder Stadion möglich sei, müssten die Löwen ins Olympiastadion ausweichen, heißt es im Bericht weiter. Aber auch das will der TSV 1860 hinterfragen. Was immer dann herauskommt, eins ist sicher: Nächstes Jahr wird wieder leidenschaftlich über das Grünwalder Stadion diskutiert.

