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Trudering/Riem:Moderner und attraktiver

Rahmen für Überarbeitung des Stadtbilds im Osten ist gesetzt

Von Ilona Gerdom, Sebastian krass, Trudering/Riem

Die Wasserburger Landstraße ist eine der Hauptverkehrsachsen im Münchner Osten. Die Häuser an der "Wabula", wie man sie im Stadtteil auch nennt, stammen größtenteils aus den Siebzigerjahren. Mit der Rahmenplanung Wasserburger Landstraße soll dort nachverdichtet und modernisiert werden. Der Stadtrat hat nun den Aufstellungsbeschluss dazu gefasst. Damit wurde die rechtliche Grundlage für künftige Bebauungspläne geschaffen. Bis 2040 dürfte sich an diesem Straßenzug viel tun.

Im Mittelpunkt stehen ein attraktiveres Stadtbild und neuer Wohnraum. Da die Randbebauung entlang der Bundesstraße nicht einheitlich ist, wurden unterschiedliche Ziele für drei Bereiche festgelegt. Im ersten Abschnitt, der Truderinger Park, Truderinger Linse und Friedenspromenade umfasst, sollen zum Beispiel die Gebäude aufgestockt werden. Außerdem sollen Erdgeschosse für Gewerbe oder soziale Einrichtungen genutzt werden. In der Gartenstadt hingegen will man die typische Struktur aus Einzel- und Mehrfamilienhäusern behalten. Im gesamten Planungsgebiet könnten nach Prognosen 230 000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.

Mit 25 000 bis 31 000 Fahrzeugen pro Tag ist die Wabula stark befahren. Bis 2035 rechnet man mit noch mehr Verkehr. Darum soll am öffentlichen Nahverkehr gearbeitet werden: "Was den ÖPNV angeht, möchten wir alle Optionen untersucht haben", kündigte Fabian Ewald (CSU) an. Geprüft werden soll beispielsweise eine Verlängerung der Tram 21 bis Haar, aber auch ein neuer S-Bahn-Halt im Bereich Friedenspromenade.

Insgesamt muss noch eine Menge abgewartet werden. Das liegt auch daran, dass viele der Grundstücke privaten Eigentümern gehören. Auf die Situation an Ort und Stelle kann die Stadtplanung mit unterschiedlichen Bebauungsplänen reagieren - sozusagen zielgenau für die einzelnen Bauvorhaben. Wichtig ist das auch in Hinblick auf die Sozialgerechte Bodennutzung (Sobon), die Bauherren an den Folgekosten ihrer Planung zu Gunsten der Allgemeinheit zu beteiligen versucht. Bei Vorhaben, bei denen sie greift, könne das Bebauungsplanverfahren nur anlaufen, wenn die Begünstigten zuvor die Sobon akzeptierten, heißt es im Papier. Diese Selbstbindung soll sicherstellen, dass die Sobon auch in novellierter Form nicht umgangen werden kann.

Alexander Reissl (CSU) zeigte sich skeptisch: "Ich bin gespannt, wer drei Jahre auf Einnahmen verzichtet, weil er erst ein Haus abbrechen muss und dann noch nach der neuen Sobon die Hälfte seines Grundstücks abgeben muss, wie es sich die Rathaus-Mehrheit vorstellt."

Stadtbaurätin Elisabeth Merk räumte ein, dass die Sobon-Frage das Planungsreferat umtreibe, letztlich müsse man "gemeinsam darauf vertrauen, dass wir vernünftige Lösungen finden". Auch die SPD hofft laut Simone Burger, dass es mit den Bebauungsplänen gelingt, "entsprechende Bindungen nach der neuen Sobon einzugehen". Mit dem Aufstellungsbeschluss ist jedenfalls der zweite Schritt in Richtung Nachverdichtung gemacht, wie Paul Bickelbacher (Grüne) feststellte. Bis die Bagger kommen, bleibt trotzdem viel zu tun.

© SZ vom 21.04.2021
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