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Trudering:Hartnäckige Positionen

Der Streit über die Zukunft der Unnützwiese nimmt kein Ende

Der Kampf um die Unnützwiese geht weiter. Tobias Schierholz als Vertreter der Bürgerinitiative, die verhindern will, dass der Bolzplatz für 57 neue Wohnungen des Projektes "Wohnen für alle" geopfert wird, war in dieser Woche für einen der begehrten 30 Plätze bei der Bürgersprechstunde von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ausgelost worden. Doch nach Auskunft der Initiative warb Reiter dabei eher um Verständnis für alle Maßnahmen, die die Stadt gegen die Wohnungsnot ergreift. Die Initiative unterbreitete dem Stadt-Chef Alternativvorschläge für die Standorte - etwa aufgeständert auf dem Park-and-ride-Platz am Michaelibad oder am Horst-Salzmann-Weg. Stefan Hofmeier, Sprecher der Initiative, die an diesem Sonntag von einem Fernseh-Team des Bayerischen Rundfunks besucht wird, erklärt ferner, dass die Anlieger derzeit überlegen, ob sie ein münchenweites Bürgerbegehren zum Schutz der letzten Grün- und Bolzflächen auf den Weg bringen.

Bei der Bürgerversammlung hatte die Initiative kürzlich fünf Anträge zum Erhalt der Bolzwiese gestellt, alle mit großer Mehrheit. Der Bezirksausschuss (BA), der eine Randbebauung unter gewissen Bedingungen akzeptieren würde, stellt sich nun hinter die Anlieger, indem er fordert, dass die Stadt dieses Votum ernst nimmt und keine vollendeten Tatsachen schafft: Ehe die Argumente der Bürger gewürdigt sind und eine Infoveranstaltung stattgefunden hat, soll die Stadt das Grundstück nicht an die Gewofag, die dort bauen soll, übereignen.

Der BA-Vorsitzende Otto Steinberger (CSU) erklärte, dass er sich noch in diesem Jahr um einem Termin bemühen will. Steinberger zitierte in der Sitzung auch ein Schreiben von Stadtbaurätin Elisabeth Merk, in dem sie sich dafür entschuldigt, dass ihre Behörde keinen Experten zur Bürgerversammlung entsandt hatte. Merk bat um Geduld, noch könne die Stadt bei einer Infoversammlung zu wenig Konkretes vorweisen. "Später ist es zu spät", konterten die Bürger. Distanziert hat sich die Initiative im Übrigen von beleidigenden Zetteln mit Begriffen wie "Rathaus-Terroristen" am Rand der Unnützwiese.