Trauerfeier:"Allah, beschütze diese schöne Stadt"

Für jedes der neun Opfer des Amokläufers wird während der Trauerfeier im Münchner Dom eine weiße Kerze angezündet. Die bewegendsten Worte findet eine Muslima.

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Mit bewegenden Appellen für Frieden und religiöse Toleranz haben bei einer ökumenischen Trauerfeier Angehörige, Vertreter aller Kirchen und Bürger der Opfer des Amoklaufs von München gedacht. Unter den Gästen waren Bundespräsident Joachim Gauck (Dritter von rechts) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts).

Gedenken an die Opfer des Amoklaufs von München

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Viele Münchner strömten am Sonntagnachmittag in die Münchner Frauenkirche, um gemeinsam mit den Angehörigen der Toten zu beten. In Uniform kamen Mitarbeiter der Rettungsdienste, der Polizei und der Krisen-Interventionsdienste, die in den Stunden nach der Bluttat im Einsatz gewesen waren.

Gedenken an die Opfer des Amoklaufs von München

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Der Münchner Kardinal und Erzbischof Reinhard Marx (Mitte) und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (links) leiteten gemeinsam die Trauerfeier im Dom. Marx wandte sich direkt an die Angehörigen der Opfer, sprach ihnen seine Anteilnahme aus und versuchte Trost zu spenden mit den Worten: "Diese Toten sind nicht ins Nichts zurückgestoßen. Sie leben." Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm sprach angesichts der Amoktat mit insgesamt zehn Toten von der Notwendigkeit eines neuen Gottvertrauens: "Ein Vertrauen, das uns von der Lähmung in eine Freiheit führt."

Gedenken an die Opfer des Amoklaufs von München

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Für jedes der neun Opfer, die der Amokläufer am Olympiaeinkaufszentrum getötet hatte, wurde während des Gottesdienstes eine weiße Kerze angezündet. Später schmückten Jugendliche sie mit Rosen. Die Bischöfe Marx und Bedford-Strohm dankten auch den Polizisten und Hilfskräften für ihren Einsatz. Viele spontane Helfer hätten nach dem Münchner Amoklauf flüchtenden Menschen die Türen geöffnet und gezeigt, dass die Menschen der Gewalt nicht hilflos ausgeliefert seien.

Bavaria Commemorates Shooting Spree Victims

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Da sieben der Getöteten Muslime waren, sprach auch eine Vertreterin des islamischen Glaubens ein Gebet im Liebfrauendom. "Allah, wir bitten Dich um Hilfe für uns, unsere Menschlichkeit nicht zu verlieren", sagte Hajer Dhahri vom Münchner Muslimrat. Sie erinnerte an den Koran, in dem es sinngemäß heiße: "Wer einen Menschen tötet, so ist es, als ob er alle Menschen tötet."

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Mit einem bewegenden Appell wandte sich die Muslima im katholischen Wahrzeichen Münchens an Allah. "Beschütze diese schöne Stadt und ihre Bewohner, beschütze Deutschland und bewahre es davor, in einen Kreislauf des Hasses, der Gewalt zu verfallen." Alle Menschen seien Kinder Adams, betonte Hajer Dhahri, unabhängig von Nationalität, Religion oder Hautfarbe.

Bavaria Commemorates Shooting Spree Victims

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Für die israelitische Kultusgemeinde erinnerte Alon Kol (rechts) an jene, die "in einem Akt voller Verzweiflung und Hass ermordet" worden seien. Vater Georgios Simios (Mitte) von der griechisch-orthodoxen Gemeinde sagte: "Noch können wir nicht fassen, was am Freitag vor einer Woche geschehen ist."

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Zu dem Gedenkgottesdienst kamen auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Peter Küspert, der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (von rechts).

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Das Bundeskabinett war unter anderem vertreten durch Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Vizekanzler Sigmar Gabriel und Sozialministerin Andrea Nahles (vorne, von links). Auch Innenminister Thomas de Maizière war aus Berlin nach München gekommen.

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Bischof Bedford-Strohm sagte, durch die Bluttaten hätten die Menschen die Endlichkeit des Lebens vor Augen geführt bekommen. "Wir merken, wie wenig selbstverständlich das Leben ist. ... Wie kostbar die Zeit mit unseren Lieben ist." Bedford-Strohm mahnte zu einer "neuen Klugkeit im Umgang mit unserem Leben".

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Die Klage über die Opfer dürfe nicht zu Ohnmacht führen, sondern zu konstruktivem Widerstand gegen das Böse, gegen Misstrauen und Angst, sagte Kardinal Marx. Versöhnung sei das Gebot der Stunde. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende müsse ins Blickfeld rücken - unabhängig von Religion und Herkunft: "Was uns verbindet, ist das Menschsein."

© SZ.de/dpa/sim/mmo
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