Trachten-Trends 2012:Weniger ist mehr

Auch bei Lodenfrey heißt es dieses Jahr: weniger ist mehr. "Dieses Jahr ist die Dirndl-Mode wieder traditioneller, nicht mehr so geschmückt wie die letzen Jahre", beobachtet Chefeinkäuferin der Trachtenabteilung, Gabriele Hammerschick. Das spiegelt sich auch im diesjährigen Lodenfrey Wiesn-Dirndl wieder. Das Kleid aus Leinen gibt es in acht verschiedenen Farben, von grün über koralle bis zimt und in zwei verschiedenen Längen. Das Wiesn-Dirndl mit farblich abgestimmter Schürze kostet 300 Euro. Blusen bekommt man ab 70 Euro.

Ein paar Dinge will Hammerschick den Tracht-Trägerinnen gerne mit auf den Weg geben: das Dirndl sollte in jedem Fall knieumspielend sein, der Unterrock sollte nicht zu sehen sein, beim Schmuck sollte man sich entweder für Kette oder Ohrringe entscheiden. Ausgedient haben laut der Chefeinkäuferin schulterfreie Blusen. "Der absolute Fauxpas wären Carmenblusen kombiniert mit Haferlschuhen und ein hervor blitzender Unterrock. Das geht gar nicht!" Das wichtigste aber ist ihrer Meinung nach: "Das Dirndl muss sitzen und man muss sich darin wohlfühlen."

Um Trends schert sich Marion Schmidt nicht. "Trends sind mir jeckenpiepegal", sagt die Inhaberin des Stoffwandels in der Au. Sie kauft alte Dirndl Second Hand auf und hübscht sie mit Borten und neuen Schürzen auf. "Die alten Sachen haben eine Seele und die möchte ich wieder ins Leben bringen", sagt Marion Schmidt. Ihre Devise dabei: Hauptsache farbig und bunt gemustert. Dirndl mit den bunten Schürzen und passendem Schürzen-Täschchen bekommt man im Stoffwandel für 177 Euro.

Sisi und Ibiza

Es ist rosa, baby-rosa. Es wird geziert von einem Bild der Kaiserin Sisi. Und das Überraschende daran ist: es ist ausverkauft. Zumindest in der Münchner Angermeier-Filiale im Rosental. Zwei Designerinnen haben dieses Jahr für Angermeier eine Kollektion entworfen, besagtes Mieder ist Teil davon. Die Kollektion von Christine Eichenseher besteht aus aufwendig gearbeiteten Miedern. Die Korsagen sind entweder mit Bordüren bestickt oder eben mit Portraits der Kaiserin Sissi versehen. Allerdings: Schon letztes Jahr war das Portrait der Kaiserin ein Verkaufshit.

Alle Mieder sind Unikate und beginnen bei 800 Euro. Die Dirndl von Astrid Söll zeichnen sich durch opulente Charivari und Glitzerschürzen aus. Dirndl aus der Söll-Kollektion kosten 600 bis 700 Euro. "Ein Designer-Dirndl das man sich leisten kann", findet Angermeier Chef-Einkäuferin Eileen Krajewski. Einige Kleider bedienen sich aus der aktuellen Mode: Farbkombinationen aus schwarz und neon-gelb wären aber vielleicht besser in den Clubs von Ibiza geblieben. Wem es gefällt, kann für 1000 Euro das modische Dirndl sein eigen nennen.

Es gibt aber auch Dirndl, die dem Wusch der Kundinnen nach traditioneller Schlichtheit entgegen kommen, mit klassischen Olivenleinen-Oberteilen, mit Hirschknöpfen und in traditionellen rot-, grün- und blau-Tönen. Auch bei Angermeier beobachtet man einen Trend zum Trachtenhut. Kundinnen können sich hier einen Trachtenhut speziell nach ihren Wünschen anfertigen lassen. Preislich beginnen die individuell gestalteten Hüte bei 60 Euro.

Viele Männer fragten nach kurzen Lederhosen, bevorzugt mit bunten Stickereien und in used-Optik, beobachtet Chefeinkäuferin Krajewski. Farbige Westen seien dieses Jahr besonders in, Beerentönen und Orange stünden bei den Herren hoch im Kurs. Ein besonderer Hingucker: wenn Loaferl und Strümpfe farblich auf die Weste abgestimmt sind.

© Süddeutsche.de/afis
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