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Tollwoodgelände wird Olympisches Dorf:Das neue Olympiadorf

Zwischen Dachauer, Schwere-Reiter-Straße und Spiridon-Louis-Ring soll das neue Olympiadorf entstehen. 5000 Menschen sollen dort Quartier finden.

Jan Bielicki

Das Olympische Dorf für die von München angestrebten Winterspiele 2018 beginnt Gestalt anzunehmen. Noch in diesem Jahr soll ein Wettbewerb von Städte- und Landschaftsplanern entscheiden, wie die Athletensiedlung am Rande des Olympiaparks aussehen soll. Laut der Auslobung, die der Stadtrat an diesem Mittwoch beschließen wird, sollen die beteiligten Architekten auch Konzepte für das nahe des Leonrodplatzes geplante Mediendorf vorlegen.

In zwei neuen Siedlungen südwestlich des Olympiaparks, deren Fertigstellung für 2017 geplant ist, sollen insgesamt 5000 Menschen unterkommen.

(Foto: Foto: Alessandra Schellnegger)

Auf insgesamt 36 Hektar südwestlich des Olympiaparks sollen bis 2017 zwei neue Siedlungen mit zusammen 1200 Wohnungen entstehen. Sollte München 2018 tatsächlich die Olympischen Spiele austragen dürfen, werden in ihnen 3500 Athleten und ihre Betreuer sowie 1500 Medienschaffende unterkommen.

Das Besondere an den Neubauten soll ihr Umgang mit Energie sein. Das Olympische Dorf sollen sogenannte Plusenergiehäuser bilden, die auf umweltfreundliche Art mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Das Mediendorf soll immerhin noch aus Passivhäusern bestehen, die keine klassischen Heizungen benötigen.

Der Bund verkauft Grund an die Stadt

Das Olympische Athletendorf soll sich auf jenem Gelände zwischen Dachauer Straße, Landshuter Allee und Olympiapark ausbreiten, auf dem heute die Bundeswehrverwaltung zu Hause ist. Die Wehrbeamten werden dafür zusammenrücken und in neue Bürogebäude ziehen, die entlang von Dachauer Straße und Landshuter Allee entstehen sollen.

Den großen Rest des Grundstücks wird der Bund der Stadt verkaufen. Hier sollen Bauträger dann auf knapp elf Hektar einen neuen Stadtteil mit 770 Wohnungen, Geschäften und einer Kindertagesstätte errichten.

Hier, vor allem aber auf den elf Hektar, die sich Richtung Olympiapark anschließen und wo heute sommers das Tollwood-Festival residiert, soll auch alles andere Platz finden, was zu einem Olympischen Dorf gehört: Speisesaal, Gebets- und sonstige Gemeinschaftsräume, Begegnungsbereiche, Büros, Parkplätze und Lieferzonen sollen aber nach den Spielen wieder abgebaut werden und Grünflächen Platz machen.

Das neue Gesicht der Schwere-Reiter-Straße

Weitere 430 Wohnungen sollen im Mediendorf an der Schwere-Reiter-Straße entstehen. Hier soll während der Spiele die Hälfte der rund 3000 in München einzuquartierenden Medienvertreter absteigen. Die andere Hälfte wird in einem Containerdorf hinter der Riemer Messe unterkommen, in deren Hallen das Medienzentrum seine Kabel verlegen wird.

Entlang der Schwere-Reiter-Straße soll es Büros, Gaststätten und Geschäfte geben. Südlich davon, an der Dachauer Straße, könnte eine neue Grundschule mit angeschlossener Sporthalle öffnen, in die die Kinder des neuen Viertels gehen würden.

Zwischen den beiden Dörfern sollen sich dort, wo sich heute die Gebäude der Uni-Tierklinik verlieren, Grünanlagen ausbreiten. Probleme mit den Grundstückseigentümern wird es nicht geben: Eine Hälfte des Geländes gehört dem Bund, die andere zum großen Teil dem Freistaat und ein Eckchen der Stadt selber. Erst vor zwei Wochen einigten sich Spitzenvertreter von Bund und Land mit OB Christian Ude im Grundsatz über die Bedingungen, zu denen die benötigten Teile des Bundesgrundstücks an die Stadt übergehen sollen.

© SZ vom 02.02.2010/hes
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