bedeckt München 27°

Tokami:Glückliche Augen, knurrender Magen

Weil japanisches Essen aber nicht bloß aus Fisch, Reis und Sojasoße besteht, bestellen wir zum Menü ein zweites Hauptgericht: Tempura mit Garnelen und Gemüse in einem Teigmantel aus Weizenmehl (17,50 Euro). Was genau die goldgelb frittierten Teilchen enthalten, die sich nur noch durch ihre Form unterscheiden, schmeckt man erst auf den zweiten Bissen. Dennoch sind Sushi wie Tempura ein wahrer Genuss. Nur satt wird man davon leider nicht. Da hilft auch die Nachspeise, eine Kugel ziemlich gesund schmeckendes Grüntee-Eis und ein bisschen Kiwi, nicht - eine weitere Hautspeise muss her, wir bestellen noch ein paar Sushi.

"In einem gehobenen Restaurant darf es keine Berge geben wie in Deutschland, das Essen muss vor allem schön dekoriert sein", hatte uns die Bekanntschaft aus Japan vorgewarnt - und sie sollte Recht behalten. Japanisches Essen kann man mit dem Auge genießen. Die Sushi etwa sind im exakten 45-Grad-Winkel aufgereiht, man könnte ein Lineal anlegen. Doch die Liebe zum Detail kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sechs Reis-Röllchen nicht ganz den Dimensionen eines deutschen Abendessens entsprechen.

Und so verlassen wir das Tokami mit ziemlich glücklichen Augen. Nur der Magen, der knurrt - trotz einer Rechnung von über 100 Euro für zwei Personen - auch nach dem dritten Hauptgang noch gewaltig.