Zum Tod von Gerhard Schmidt-GadenGründer des Tölzer Knabenchors mit 88 Jahren gestorben

Hochdekoriert mit Orden und Schallplattenpreisen: Gerhard Schmidt-Gaden ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
Hochdekoriert mit Orden und Schallplattenpreisen: Gerhard Schmidt-Gaden ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Harry Wolfsbauer

Gerhard Schmidt-Gaden führte seinen Tölzer Knabenchor, den er 1956 aus einer Pfadfindergruppe heraus gegründet hatte, zu Weltruhm. Unumstritten war er nicht.

Von Jutta Czeguhn

Gerhard Schmidt-Gaden, der Gründer des Tölzer Knabenchors, ist tot. Wie die Agentur des Chors mitteilt, starb Schmidt-Gaden am Sonntag nach längerer Krankheit im Alter von 88 Jahren in Benediktbeuern. Der gebürtige Karlsbader hatte den Knabenchor 1956 aus einer Tölzer Pfadfindergruppe heraus gegründet. Als Pädagoge und Dirigent entwickelte er seine eigene Gesangsschule für die Ausbildung der Knabenstimme, was den Weg des Chores zum Weltruhm ebnete.

Sechzig Jahre lang leitete Schmidt-Gaden den Chor. In diese Jahrzehnte fielen zahlreiche Schallplatten- und CD-Preise und Ehrungen für den Chorleiter, Dirigenten und Pädagogen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Bayerische Verdienstorden und der Professorentitel auf Lebenszeit des österreichischen Bundespräsidenten. Als prägend gilt seine Zusammenarbeit mit dem Komponisten Carl Orff und dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt.

2016 zog sich Schmidt-Gaden, dessen Führungsstil nicht unumstritten war, zurück und übergab die Leitung des Chors an seinen Schüler Christian Fliegner. Die Geschäftsführung hatte Tochter Barbara Schmidt-Gaden schon 2015 übernommen. Im Jahr 2026 feiert der Tölzer Knabenchor sein  70-jähriges Bestehen – mit derzeit rund 210 Mitgliedern, vom Nachwuchs bis zu den Solisten und dem Männerchor.

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