Die Dame im champagnerfarbenen Kleid heißt Blanche (Aline Hochscheid) und hält sich und ihre Umgebung am liebsten komplett keimfrei: Nie würde sie sich setzen, ohne vorher zu wischen, kaum nähert sich ihr jemand, wedelt sie mit einem Feuchttuch dazwischen oder verschwindet im Bad zum Händewaschen. Marie (Natalia Avelon) betritt ebenso elegant in Schwarz die Bühne, kämpft mit ihrem Kontrollzwang: Ständig treibt sie die Sorge um, zu Hause könnten Wasser oder Gas nicht abgestellt sein, versichert sie sich immer wieder aufs Neue mit einem Blick in ihre Handtasche davon, ihre Hausschlüssel dabeizuhaben. Damit nicht genug, muss sie sich auch noch jedes Mal reflexartig bekreuzigen, wenn jemand ein unflätiges Wort ausspricht.
Premiere von „Toc Toc“ in der Komödie im Bayerischen HofWichteln mit Zwangsneurosen
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Nach dem Ringtausch ihrer jeweiligen Störungen finden sich die Patienten in ungewohnten Rollenmustern wieder: Vincent und Blanche (Maximilian Laprell und Aline Hochscheid, vorne) werden von Marie und Fred (Natalia Avelon und Karsten Speck, hinten) beobachtet.
Alvise Predieri/Komödie im Bayerischen HofFünf Personen treffen in dem Psychoreigen „Toc Toc“ im Wartezimmer eines Therapeuten aufeinander. In der Komödie im Bayerischen Hof wird daraus eine gelungene Ensembleleistung, die mehr auf Empathie als auf Komik setzt.
Kritik von Barbara Hordych
