Der Olympiapark kann schon einmal die Regenbogenfahnen aus dem Lager holen. Die werden gerne aufgehängt, wenn hier Künstler auftreten, die die Gesellschaft spalten. So einer wie Till Lindemann. Der Musiker soll in ziemlich genau einem Jahr, am Dienstag, 25. November 2025, in der Olympiahalle auftreten – das bisher größte Solokonzert des umstrittenen Sängers in München.
Als er das letzte Mal im Olympiapark zu Gast war, kam er im Juni 2023 mit seiner weltweit erfolgreichen Band Rammstein. Und da brannte nicht nur wegen der Pyrotechnik die Luft, denn das Münchner Konzert war das erste nach dem Auflodern von Vorwürfen gegen Lindemann. Weibliche Fans hatten von einem Ausbeutungssystem rund um die Konzerte der Band erzählt, Medien wie auch die Süddeutsche Zeitung berichteten. Lindemann und die Band wiesen alle Vorwürfe zurück. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelte, stellte das Verfahren aber im August 2023 ein, nachdem sie keine Anhaltspunkte für strafbare Handlungen erkannte.

Exklusiv Podcast:Das System Rammstein und der Machtmissbrauch in der Musik
Vor einem Jahr erschüttern die Recherchen von SZ und NDR zum Casting-System auf Rammstein-Konzerten die Musikwelt. Wie konnte es so weit kommen – und was ist seitdem passiert?
Aber: Bei den vier Rammstein-Konzerten im Olympiastadion vor jeweils 70 000 Fans demonstrierten immer ein paar wenige gegen Gewalt an Frauen. Auch der Stadtrat beschäftigte sich mit dem Thema, die Grünen setzten durch, dass es keine Aftershow-Partys bei Rammstein im Stadion geben dürfe, auch wurde der Veranstalter verpflichtet, ein Awareness-Team bereitzustellen.
Auch bei Lindemanns bald folgendem Solo-Konzert im Münchner Zenith im Dezember 2023 protestierten Aktivistinnen von „Slutwalk“ und „K.o. Kein Opfer“ auf dem Odeonsplatz. Die Fans feierten ihren Star draußen in Freimann dennoch in einer verstörenden Show mit Hardcore-Porno-Videos zu Hardcore-Metal-Musik.
Für die anstehende „Meine Welt“-Arena-Tour durch 20 europäische Städte von London bis Istanbul (Start am 29. Oktober in Leipzig, Ende am 16. Dezember in Stuttgart) verspricht der Veranstalter – Fred Handwerker aus Unna – Konzerte, die „nicht nur musikalisch, sondern mit einem phänomenalen Bühnendesign auch ästhetisch Maßstäbe setzen“. Der Vorverkauf startet am Montag, 18. November.

