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Tierpark Hellabrunn:Bloß keine Anreize mehr fürs Auto

Statt Parkhaus zu bauen lieber MVV-Fahrten günstig in die Tickets integrieren

"Eine Schlange auf dem Weg zum Zoo" vom 4. November:

Integriertes MVV-Ticket

Wenn ich (als Münchnerin) mit der S-Bahn zum Starnberger See fahre, erhalte ich unter Vorlage des ÖPNV-Tickets zehn Prozent Ermäßigung für eine Schiffsrundfahrt. Wenn ich eine Oper an der Bayerischen Staatsoper besuche, erhalte ich mit der Opernkarte die Hin- und Rückfahrt mit dem MVV. Vollkommen gratis! Wer aber - aus München oder von fern - den Münchner Tierpark Hellabrunn besuchen will, kann zwar online Karten buchen und sich über Anfahrtsmöglichkeiten informieren sowie sogar seinen persönlichen CO₂-Verbrauch mittels integriertem CO₂-Emissions-Rechner ermitteln. Er/sie trägt aber die Kosten für An- und Abreise selbst, und zwar voll und unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel.

Hieran zeigt sich einmal mehr die fragwürdige Mobilitäts-"Politik" der Verantwortlichen (der Münchner Stadtverwaltung und des Tierparks) und eines Teils der SPD-Stadtratsfraktion: Es wird auf Freiwilligkeit der Tierparkbesucher gesetzt, anstatt - wie andere oben genannte Anbieter dies tun - die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs mit Ermäßigungen zu fördern.

Hinzu kommt das Eigeninteresse der Tierpark Hellabrunn AG, denn Einnahmen aus den Parkgebühren fließen auch in das Budget des Tierparks (siehe Geschäftsbericht von 2018). Vor diesem Hintergrund verwundert mich das hartnäckige Festhalten des Tierparks und seiner Aufsichtsratsvorsitzenden am Plan eines Parkhausbaues überhaupt nicht. Nur: Das ist weder eine Lösung im Sinne reibungsloser Mobilität in der Stadt, noch eine Lösung im Sinne der Umweltschonung/Luftreinheit, noch eine Lösung für die verkehrsgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner.

Jedoch: Solange solche Köpfe in München regieren, wird sich nichts ändern, und zwar weder an der Preisgestaltung des Münchner Tierparks noch an der Münchner Verkehrspolitik noch an der Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner.

Petra R. Gotzler, München

Ein paar Marketing-Ideen

"Überfüllte Parkplätze und verstopfte Straßen am Tierpark" - unhaltbare Zustände! Gegenmaßnahmen durch klima-freundlichen Synergieeffekt: Bei allen Fahrkartenautomaten des MVV können die Tageseintrittskarten zum Tierpark gekauft werden, die, mit einem kleinen Aufschlag, Hin- und Rückfahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln beinhalten; Kombiticket. Tierpark-Jahreskarten: die ersten vier Besuche freie Fahrt mit dem MVV. Beim Betreten der Tierparks durch ein Drehkreuz wird die Hinfahrt entwertet und die Rückfahrt freigegeben, per Stempel oder digital; Maßnahme gegen unberechtigte Mehrfachfahrten.

Das könnte zusätzlich auch online eingerichtet werden. So entfällt das mitunter stundenlange Festsitzen im Autostau und das lange Warten vor den Kassen zu bestimmten Zeiten. Und auch das angedachte Parkhaus ist damit seiner Notwendigkeit entledigt. Dazu die üblichen Werbemaßnahmen; und zur Einführung ein besonderes persönliches Erlebnis im Tierpark - Angebote des Tierparks - für die ersten 100 Kombiticketbezieher ausloben. Michael Mieslinger, Eichenau