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Tierpark:Der Auer Mühlbach ist die Lebensader des Tierparks

Der Auer Mühlbach fließt durch den Tierpark - sein Wasser dient als natürliche Barriere. Nicht nur das Affengehege ist durch Wassergräben von den Besucherwegen getrennt.

(Foto: Catherina Hess)

Er ist Trinkwasserquelle und dient dazu, die Gehege in Hellabrunn abzutrennen. Allerdings sind auch schon Tiere über den Bach ausgerissen - zum Beispiel eine Seelöwin.

Dass man den Vogel einen halben Meter unter der Wasseroberfläche als Zwergsäger identifizieren kann, ist in mehrerlei Hinsicht ein gutes Zeichen. Zum einen geht der Wasservogel offenbar routiniert auf Nahrungssuche, was bedeutet, dass auch hier im abgezweigten Teil des Auer Mühlbachs die Artenvielfalt auch unter Wasser vorhanden ist. Und das Wasser ist sehr klar, sonst würde man den weiß-schwarz gemusterten Zwergsäger gar nicht erkennen am Bachgrund.

Er kommt wieder hoch und sieht sich um in der Voliere des Tierparks, in dem ein Teil des Auer Mühlbachs gemächlich vor sich hin fließt. Am nördlichen Eingang wird das Wasser abgezweigt, wird zum Lebensraum für Entenvögel wie den Kappensäger oder die Spießente, und kurvt dann wieder raus in den Hauptarm des Bachs, wo es dann gar nicht mehr gemächlich, sondern mit zwei Metern Fließgeschwindigkeit pro Sekunde eher so rasant zugeht wie am Eisbach. Der Auer Mühlbach ist nicht nur für den tauchenden Zwergsäger lebenswichtig, sondern für den gesamten Tierpark.

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Zoo-Direktor Rasem Baban steht auf einer von insgesamt 24 Brücken in Hellabrunn und sagt: "Wasser ist hier ganz entscheidend. Nicht umsonst kommt Hellabrunn ja auch von ,helle Brunnen'." Das Trinkwasser für die Tiere und die Wassergräben kommt vom Auer Mühlbach und einigen Brunnen. Dabei profitierte der Zoo bei seiner Eröffnung 1911 davon, dass es den Bach da schon längst gab.

Angelegt für eine Mühle, abgezweigt von der Isar am sogenannten Düker an der Marienklause, dann kurioserweise erst einmal unterirdisch auf die Südseite geleitet und von dort zur Mühle und eben heute durch den Zoo. "Wenn der Sylvensteinspeicher aufgemacht wird, sehen wir das einige Zeit später hier im Zoo. Der Bach ist dann blaugrau statt so klar wie sonst."

Baban sieht von der Brücke am Flamingoeingang zu den Waldbisons, die durch einen Wassergraben in ihrem Gehege gehalten werden. Eine Pumpe leitet das Wasser vom Bach in die Gräben und an einer anderen Stelle wieder zurück. "Damit sind das keine stehenden Gewässer und die Tiere können daraus trinken."

Alle zwei Jahre gibt es die Bachauskehr im Zoo. Dabei wird der Wasserpegel so weit abgesenkt, dass die Mitarbeiter die Fische im Bach betäuben und an einer anderen Stelle wieder aussetzen können. Anschließend wird das Bachbett gereinigt. "Da finden wir Hechte, Huchen oder Forellen." Normalerweise. Vor zwei Jahren allerdings gab es einen Vorfall, bei dem etwa 1000 Fische starben.