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Theresienwiese:Lauter Premieren auf dem Frühlingsfest

Fast alles ist bereit am kleinen Hippodrom.

(Foto: Robert Haas)

Neuer Schirmherr, neuer Anzapfer, neues Bier - und kulinarisch wird auch aufgerüstet: Auf dem Münchner Frühlingsfest gibt es einiges Neues. Ein Blick auf die Premieren und die Klassiker.

Manches wird wohl auch ein frommer Wunsch bleiben. Etwa der vom Vorsitzenden der Münchner Schausteller, Edmund Radlinger. "Im Vertrag mit unserem neuen Schirmherrn steht drin", freut er sich bei der Vorstellung des Programms für das Frühlingsfest, "dass er für 17 Tage schönes Wetter zu sorgen hat!" Der neue Schirmherr, Bürgermeister Josef Schmid (CSU), grinst da ein bisschen schief, nimmt den Ball dann aber auf und sagt, er werde sich darum kümmern, schon im eigenen Interesse, denn er gehe gerne auch privat und nach Möglichkeit inkognito aufs Frühlingsfest, das an diesem Freitag beginnt.

Was es Neues zu essen, trinken und erleben gibt

Und da kann er diesmal auch einiges Neues sehen - und trinken. Zum Beispiel Hofbräubier, das in diesem Jahr zum ersten Mal auch auf dem Frühlingsfest ausgeschenkt wird, und zwar in Zierers Karussellbar. In den "zwei großen, leistungsstarken Bierzelten" (Radlinger), bleibt alles wie bisher - in der Festhalle Bayernland gibt es Augustiner und im Hippodrom wird Franziskaner und Spaten ausgeschenkt. In Radlingers Weißbiergarten gibt es Paulaner.

Auch kulinarisch wurde aufgerüstet: Es gibt einen neuen Stand rund um den Käse mit allem zwischen gebackenem Camembert, Emmentalerwürfeln und Kässpatzen. Der Fisch-Peter durfte heuer seinen Meeresfrüchtestand vergrößern, es gibt einen weiteren Mandelstand und erstmals "Bertis Schokoladenfabrik" mit allem, was Kakao enthält.

An Fahrgeschäften sind erstmals von der Wiesn der Starflyer und "Rund um den Tegernsee" auf dem Frühlingsfest vertreten, außerdem kann man nun auch Bogenschießen und Holzbrandmalerei-Accessoires erstehen: die Alternative schlechthin zum Lebkuchenherz.

Freibier für die ersten 100 Gäste

An diesem Freitag um 14 Uhr geht es los. Am sogenannten Zirkusspitz beim ehemaligen XXXLutz nehmen die Festwagen der Brauereien Aufstellung, von 14.30 Uhr an gibt's Freibier, die ersten 100 Gäste bekommen ihr Bier im aktuellen Frühlingsfest-Jahreskrug. Um 15 Uhr zieht der Zug dann los zur Theresienwiese zum Standkonzert der Festzeltkapellen, Böllerschützen leiten den Start des Festzugs ein. Um 16 Uhr darf dann erstmals der Wiesnstadtrat Georg Schlagbauer das erste Fass des Frühlingsfests anzapfen, und zwar in der Festhalle Bayernland.

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Das Rahmenprogramm zum Fest beginnt am Samstag mit einem Klassiker: dem legendären Riesenflohmarkt von sieben bis 17 Uhr. Schon am vier Uhr früh stehen dann Hunderte auf der Theresienwiese, aber nicht, um in ein Bierzelt zu gelangen, sondern um einen günstigen Standplatz zu bekommen beim größten Flohmarkt Bayerns, wenn nicht gar Europas. Am Sonntag drauf folgt dann von zehn Uhr an das große Oldtimertreffen des Münchner Automobilclubs mit Corso vor der Bavaria.

Die Feuerwerke finden dieses Jahr am Freitag, 24. April, und am Donnerstag, 30. April, statt. Dienstags ist jeweils Familientag (12-19 Uhr) mit ermäßigten Preisen, und montags kann man zwischen zwölf und 23 Uhr mit D-Mark bezahlen. "Viele fragen mich, warum wir so einen Krampf immer noch machen", sagt Yvonne Heckl vom Schaustellerverband, "aber ich habe im vergangenen Jahr nach dem Frühlingsfest 6000 Mark bei der Bundesbank wechseln lassen. Es sind also anscheinend noch D-Mark in Umlauf."

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