Dienstleistungsgewerkschaft VerdiTheaterstreik trifft München und Bayern

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Unterstützung aus dem Graben: Die Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters hatten sich 2023 mit einer Aktion solidarisch mit den Streikenden an der Staatsoper erklärt.
Unterstützung aus dem Graben: Die Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters hatten sich 2023 mit einer Aktion solidarisch mit den Streikenden an der Staatsoper erklärt. (Foto: Bayerische Staatsoper)

Aufgerufen zum Warnstreik sind Beschäftige des Prinzregententheaters, mögliche Arbeitsniederlegungen auch an der Staatsoper, am Residenztheater, am Gärtnerplatz und am Staatstheater Nürnberg.

Von Jutta Czeguhn und Yvonne Poppek

Wird an Münchens Staatstheatern der Vorhang am Freitag, 23. Januar, unten bleiben? Wird die Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Prinzregententheater wie geplant über die Bühne gehen können?

In der aktuellen Tarifauseinandersetzung der Länder hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für eben jenen 23. Januar zum ersten bundesweiten Theaterstreiktag aufgerufen. Betroffen sind laut Verdi neben dem Prinze die Bayerische Staatsoper, das Gärtnerplatztheater, das Residenztheater und das Staatstheater Nürnberg. Um 14 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Bayerischen Finanzministerium auf dem Münchner Odeonsplatz geplant. Die Beschäftigten fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, außerdem Verbesserungen bei Zeitzuschlägen sowie mehr Geld für Auszubildende.

Noch ist nicht abzusehen, wie sich der Warnstreik auf die Abendvorstellungen an diesen Häusern auswirken wird. Aufgerufen zur Arbeitsniederlegung sind alle nicht darstellenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also beispielsweise Bühnentechniker, Beleuchter, Requisiteure, Tischler, Garderobenangestellte, Verwaltungskräfte. Allein in den Münchner Theaterbetrieben sind das laut Gewerkschaftssekretärin Agnes Kottmann knapp 2000 Beschäftigte.

Die Bayerische Staatskanzlei, Gastgeber der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Münchner Prinzregententheater, möchte sich zu möglichen Streikauswirkungen auf das Event nicht äußern. Wie die SZ allerdings erfahren hat, stehen die Chancen gut, dass die Verleihung mit viel Prominenz wie geplant stattfinden kann.

Im Nationaltheater wird die Ballettvorstellung „Waves and Circles“ wie geplant stattfinden. „Wir erwarten, Stand heute, auch keinerlei Einschränkungen“, teilt Annette Baumann, Sprecherin des Staatsballetts mit. Am Residenztheater wird laut Ingrid Trobitz, stellvertretende Intendantin, die Premiere von „Ein sanfter Tod“ im Marstall wie geplant stattfinden. Die Vorstellung von „Kasimir und Karoline“ im großen Haus werde mit „leichten technischen Anpassungen“ über die Bühne gehen können. Abgesetzt sei allerdings die Probe mit Sigi Zimmerschied für seine ersten Auftritte im „Brandner Kaspar“, die am Freitag angesetzt war.

Am Gärtnerplatztheater, so Sprecher Roman Staudt, geht man davon aus, dass die Operette „Die Zirkusprinzessin“, wie geplant stattfinden kann. „Allerdings wird sich erst mit Schichtbeginn am Freitagmorgen zeigen, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Verdi-Aufruf folgen werden.“ Grundsätzlich aber habe man Vorkehrungen getroffen, um den Spielbetrieb sicherzustellen.

Jens-Daniel Herzog, Staatsintendant in Nürnberg, erklärt: „Auch wenn wir nicht genau vorhersagen können, welche Auswirkungen der Warnstreik auf unseren Vorstellungsbetrieb haben wird, werden wir am Staatstheater Nürnberg in jedem Fall für unser Publikum spielen.

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